Warum laufen Menschen Verschwörungstheorien nach?

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User 15376

Das ist vor allem eine Folge der Art wie wir Wissenschaft fördern und finanzieren.
Kenne ich von meiner eigenen Arbeit ja leider auch.
Da muss alles dem Erfolg untergeordnet werden und meistens werden nur (halbwegs) positive Ergebnisse veröffentlicht, da man eben nur damit glänzen kann.

Aber es muss ja unbedingt immer alles auf Rendite, Effizienz und Wirtschaftlichkeit ausgelegt sein.
Wie toll das funktioniert sieht man ja auch gut bei den Krankenhäusern …
 
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User 561

Aber es muss ja unbedingt immer alles auf Rendite, Effizienz und Wirtschaftlichkeit ausgelegt sein.
Wie toll das funktioniert sieht man ja auch gut bei den Krankenhäusern …
Eine ehemalige Nachbarin, Biologin, hat mir diesbezüglich auch ihr Leid geklagt und das ist schon knapp 20 Jahre her. Offenbar hat sich in all den Jahren nichts zum Positiven verändert. Forschungsgelder werden nicht mit der Gießkanne ausgeschüttet, also muss man zwingend erfolgreich sein, um welche zu bekommen. Was grotesk ist, weil es dem Forschungsgedanken ja im Grunde widerspricht.

Mir wird aber der Zusammenhang zu diesem Thread einfach nicht klar. Ich erkenne keinen, nicht mal mit Phantasie. Was ist es?
 
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User 19329

Jopp, hat mit VT nichts zu tun, sondern ist ein Problem was mit der heutigen Art der Finanzierung zusammenhängt.
Hab auch schon (in der Elektrotechnik) erlebt, dass Diagramme gekürzt werden, wenn hinten raus die Ergebnisse unschön werden. Gerne werden auch positive Unterergebnisse von den ursprünglich geplanten Themen für das Paper genommen.

Bei Mailab (die es bei VTs mittlerweile auch zum Feindbild geschafft hat) gab es auch mal ein Video zu dem Thema. Finde es leider auf die schnelle nicht.
 
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User 15376

Eine ehemalige Nachbarin, Biologin, hat mir diesbezüglich auch ihr Leid geklagt und das ist schon knapp 20 Jahre her. Offenbar hat sich in all den Jahren nichts zum Positiven verändert.
Ne, wird eher immer Schlimmer.
Mir wird aber der Zusammenhang zu diesem Thread einfach nicht klar. Ich erkenne keinen, nicht mal mit Phantasie. Was ist es?
Es gibt schon einen Zusammenhang, denn die Wissenschaft macht sich dadurch natürlich angreifbar, weil eben nicht das komplette Bild gegeben werden kann und da setzen Verschwörungstheorien hier und da gerne mal an.
 
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User 561

Ja gut, wenn das der Zusammenhang sein soll, kann man ja nur entspannt entgegnen: Lars, das ist ein Artikel aus der regierungstreuen, gleichgeschalteten Systempresse. Denen darfst Du eh kein Wort glauben! :ROFLMAO:

Bevor Du Dich jetzt angesprochen fühlst, Lars, ich meine mit dem nachfolgenden ausdrücklich nicht Dich!

Überhaupt, wo ich das gerade so lässig dahin schreibe, fällt mir auf: die Filterblase funktioniert ja nicht nur bei Social Media, sondern auch bei klassischen Medien. Veröffentlichen die klassischen Medien einen Artikel, der ins eigene Weltbild passt, wird er nämlich spannenderweise auch von VT fleissig geteilt. Gibt es einen Artikel, der nicht passt, dann wird das als Unsinn und ein Werk der gleichgeschalteten Systemmedien abgekanzelt. Bei den alternativen Medien sucht sich der VT halt die Quellen raus, die sein Weltbild unterfüttern, alle anderen sind dann auch für ihn Spinner.

Wird ein Politiker in den "regierungstreuen" Medien kritisiert, wie z. B. Spahn wegen der Maskengeschäfte seines Partners oder diverser dummer Entscheidungen, dann ist das Wasser auf die Mühlen der VT. Dass diese Kritik von der angeblich gesteuerten Presse stammt, ist dann egal. Aber wer weiß, vielleicht steckt hinter diesen kleinen Kritiken der Systemmedien der perfide Plan, den Anschein eines kritischen Journalismus zu erwecken, während man gleichzeitig aber hilft, die wahren, bösen Machenschaften zu verschleiern.
 
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User 15376

Ja, das ist natürlich nicht der wesentlichste Punkt bzgl. Verschwörungstheorien.

Aber als Wissenschaftler schmerzt es halt. ;)
 
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User 561

Aber als Wissenschaftler schmerzt es halt. ;)
Man hat ja im letzten Jahr oft genug gesehen, dass Aussagen wissenschaftlicher Studien in der öffentlichen Wahrnehmung entweder als die unumstößliche Wahrheit oder - wenn widerlegt - als vollkommener Unsinn klassifiziert wird. Dazwischen gibt es wenig.
Dass es ein wesentlicher Aspekt wissenschaftlicher Arbeit ist, Ergebnisse zu veröffentlichen, kritisch prüfen zu lassen und dann auch in manchen Fällen über Bord zu werfen, wird als Unfähigkeit abgekanzelt.

Es ist halt schwierig, Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten keine Berührungspunkte haben, eben dieses plausibel zu erklären.
 
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User 2446

Wird ein Politiker in den "regierungstreuen" Medien kritisiert, wie z. B. Spahn wegen der Maskengeschäfte seines Partners oder diverser dummer Entscheidungen, dann ist das Wasser auf die Mühlen der VT. Dass diese Kritik von der angeblich gesteuerten Presse stammt, ist dann egal. Aber wer weiß, vielleicht steckt hinter diesen kleinen Kritiken der Systemmedien der perfide Plan, den Anschein eines kritischen Journalismus zu erwecken, während man gleichzeitig aber hilft, die wahren, bösen Machenschaften zu verschleiern.
Wenn sie sich schlau anstellen, machen sie es genau so.
Am überzeugendsten lügt man, wenn man so viel von einer unangenehmen Wahrheit preisgibt, dass jeder denkt, man hätte das Thema nie im Leben angeschnitten, wenn man etwas verbergen wollte. Und wenn dann von anderer Seite etwas dazu öffentlich gemacht wird, entsteht kein Skandal, weil man ja eh schon von sich aus "alles" erzählt hatte.

Zum Thema der nicht veröffentlichten Studien:
Da muss man eben auch sehen, dass so eine Studie immer von irgendwem in Auftrag gegeben und finanziert wird. Und derjenige hat einerseits gewisse Erwartungen und kann andererseits natürlich auch bestimmen, was mit den Ergebnisen passiert. Kommt nicht heraus, was man gehofft hatte und was man brauchen könnte, dann verschwinden die Ergebnisse eben in irgendwelchen Schubladen.
 
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User 15376

Es ist halt schwierig, Menschen, die mit wissenschaftlichem Arbeiten keine Berührungspunkte haben, eben dieses plausibel zu erklären.
Ja, das ist ein Problem. Liegt aber auch daran, dass Wissenschaft in der öffentlichen Wahrnehmung bisher nie eine große Rolle gespielt hat.
Ich hab schon das Gefühl, dass sich da in den letzten 5 Jahren einiges getan hat und es durchaus auch besser geworden ist.
Durch Kanäle wie eben mailab, aber auch weil gerade die Jüngeren da ein bisschen interessierter sind sind als ältere Generationen.

Gibt aber natürlich auch Menschen die da ganz andere Ansichten haben. Da ist es aber dann auch egal wie kommuniziert wird, weil Fakten total egal sind.
Da geht es wohl eher darum wer die abgefahrenere Theorie hat oder so.
 
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User 4652

Denke eher das es daran liegt das das immer auch ein Prozess ist der länger dauern kann bis man zu entsprechenden Erkenntnissen kommt. Nicht umsonst befinden wir uns in einem ständigen Wandel. Was früher teilweise noch für gut befunden wurde ist heute teilweise verboten oder nicht mehr empfohlen. Drum ists halt auch für viele schwierig da richtiges vertrauen zu finden. Und Gesundheit war schon immer ein besonderes Thema, auch weil da die Interessen vielerseits immer mehr abdriften.
 
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User 482

Empfehle in diesem Zusammenhang den sehr guten Podcast "Cui Bono - WTF happened to Ken Jebsen (KenFM)". Dort wird sehr ausführlich die Frage besprochen, warum Menschen Verschwörungstheorien nachlaufen.
 
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User 15950

Auch ein interessanter Denkansatz mal über die, welche jegliche Verschwörungen leugnen oder ablehnen. Kann nicht schaden da mal drüber nach zu denken.

Die Psychologie der Verschwörungsleugner
 
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User 10905

Gibt es denn viele (überhaupt) Menschen, die jegliche Verschwörung leugnen?
Hier im Thread habe ich zumindest keinen davon gefunden.
 
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User 2446

Also "Verschwörungsleugner" gibt's jetzt auch schon?

Es braucht wohl jedes Phänomen sein passendes Gegenstück, damit die Welt schön Schwarz-Weiß bleibt. Sobald jemand die eigenen Ansichten nicht teilt, wird er betrachtet, als würde er in jeder Hinsicht das extreme Gegenteil vertreten und man packt ihn halt in eine Schublade. So gibt's dann nur mehr rechts und links, aber keine Mitte, nur "Querdenker" und "Schlafschafe" oder halt "Verschwörungstheoretiker" und "Verschwörungsleugner". Und haufenweise Vollidioten, die nicht mehr sehen, dass sich das Leben üblicherweise irgendwo zwischen den Extremen abspielt.

In dem Fall ist aber die Wortwahl schon ein Grund, sich mit dem Thema doch nicht weiter auseinanderzusetzen. Jemanden als "Leugner" zu bezeichnen, impliziert ja schon, dass nicht stimmt, was er sagt. Da ist der "Theoretiker" doch eine deutlich weniger reißerische Bezeichnung. Der hat halt seine Theorie. Und wenn die nicht sehr leicht als Unsinn zu entlarven ist, kann es durchaus interessant sein, sich darüber auszutauschen.
 
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