VRRC #11, Schweden RENNBERICHT

U

User 12635

Mannshohe Schneewände, tiefgefrorene, ultraschnelle Strecken, Temperaturen weit unter -10°C – so präsentierte sich die Rallye Schweden, der vorletzte Lauf zur VRRC 2016. Nein, die Schwedenrallye war noch nie einfach und auch in der diesjährigen Ausgabe gab es viel Klagen und Jammern unter den Teilnehmern.

Als Topfavorit auf den Gesamtsieg wurde bei den Buchmachern der 6malige Saisonsieger J.Sentkowski gehandelt, gefolgt von M.Möckl, der nach seinem Montesieg und dem vorzeitigen Titelgewinn mit breiter Brust nach Skandinavien reiste. L.Przybylski hatten vor der Rallye nur die wenigsten auf dem Zettel. Den ersten Lauf in Schweden beendete Przybylski noch auf einem bescheidenen 28. Rang, konnte sich aber im Verlauf der Saison immer weiter steigern und erreichte in Griechenland und Finnland mit jeweils einen dritten Gesamtrang seine besten Saisonergebnisse. Vor allem die Bestzeit auf der Powerstage in Finnland versprach einiges und man konnte hoffen, dass Przybylski dem dominierenden Duo in Zukunft Paroli bieten könnte. Nach einem Unfall auf der darauffolgenden Deutschlandrallye entschied er sich aber für eine Pause in der Meisterschaft und nutzte diese Zeit vermutlich für ein ausgiebiges Training in Schweden.

Und das zahlte sich aus.... WP 1 beendete Przybylski mit 5:30 Min und damit 7 Sek.!! schneller als der zweitplatzierte Möckl. Eine halbe Ewigkeit... Topfavorit Sentkowski hatte bereits auf dieser Prüfung seine Probleme und verlor aufgrund eines Überschlags satte 24 Sekunden. Auf Platz 4 folgte M.Horwath, der nach seinem Unfall in Griechenland die Rallye Monte Carlo auslassen musste und in Schweden sein Comeback feierte. Sein Rückstand im Etappenziel betrug aber bereits 33 Sekunden.

Tag 2 begann, wie der erste Tag endete. Przybylski brannte eine Hammerzeit nach der anderen in die schwedischen Wälder und reihte Bestzeit an Bestzeit. Lediglich auf der letzten Prüfung der 2.Etappe konnte Sentkowski erstmals kontern, hatte aber nur noch theoretische Chancen auf den Gesamtsieg. Auch Möckl konnte zu keinem Zeitpunkt das Tempo Przbylski´s mitgehen und konzentrierte sich auf den Kampf um Platz 2 mit Sentkowski.

Top 5 nach Etappe 2: 1.Przybylski 24:23 – 2.Möckl +34 – 3.Sentkowski +39 – 4. Horwath +1:57 – 5.Geyer +2:39

Auf WP 6 dann der erste größere Fehler des Führenden. „Beim Ausholen in einer Rechtskurve, bin ich links in die Wildnis abgebogen. Das ganze aber mit viel Glück, knapp am Baum und Fels vorbei und ohne großen Zeitverlust“, so schilderte Przybylski sein Malheur. Möckl setzte auf dieser Prüfung die Bestzeit und knabberte knapp 12 Sekunden seines Rückstands weg. Vielleicht hatte Möckl zu diesem Zeitpunkt nochmals Lunte gerochen? Ging natürlich in die Hose, denn gleich auf der nächsten Prüfung verlor er wieder 17 Sek. (Dreher) und fiel hinter J.Sentkowski auf den dritten Zwischenrang zurück. Sentkowski seinerseits konnte sich aber nicht lange über den 2. Gesamtrang freuen. Ein heftiger Abflug auf WP 8, Kontakt mit einer Häuserwand und ein daraus resultierender Reifenschaden auf WP 9 kosteten sehr viel Zeit und jegliche Chance auf eine Top 2 Platzierung.
Völlig unbeindruckt von den Patzern seiner Gegner, packte hingegen Przybylski nochmal den Hammer aus und gewann die beiden letzten WP´s der 3. Etappe mit Fabelzeiten.

Top 5 nach Etappe 3: 1.Przybylski 41:18 – 2.Möckl +1:21 – 3.Sentkowski +3:31 – 4.Horwath +4:20 – 5.Naaß +4:32

Der Drops war natürlich gelutscht und Przbylski konnte es auf der letzten Etappe ruhiger angehen. Machte er aber nicht, der irre Hund. Wieder gingen alle 3 Bestzeiten auf sein Konto und selbst die Attacke von J.Sentkowski auf der letzten Prüfung hielt Przybylski stand und kassierte somit auch den Zusatzpunkt für den Gewinn der Powerstage. Eine grandiose Leistung und der Sieger war im Ziel natürlich hoch zufrieden. Er gratulierte noch artig seinen Konkurrenten und ließ diese auch zu Wort kommen. Der zweitplatzierte Möckl gab zu Protokoll: „An Lukas´s Zeiten wäre ich niemals rangekommen. Der haut hier in "Sentkowski-Style" auf den letzten Drücker eine Rallye raus. Respekt. Und Jan wäre wohl auch vor mir gelandet, hatte aber diesmal eindeutig mehr Fehler als ich.“
Auf Platz 3 kam Seriensieger J.Sentkowski in´s Ziel. „WOW, Gratulation Lukas. Um Ehrlich zu sein: damit hab ich nie gerechnet, ich dachte, wenn ich das verhaue fährt Martin das locker nach Hause.“

Von der ersten bis zur letzten Prüfung, lag M.Horwath auf Rang 4. Richtig zufrieden mit seiner Leistung war er aber nicht. Sein Fazit daher eher nicht berauschend: „Ziel (P3) NICHT erreicht und damit sehr unzufrieden mit der eigenen Leistung. Mit der persönlichen sehr fehleranfälligen Fahrt ist jeder Punkt zwar geschenkt und das einzig "faire" wäre ein Ausfall gewesen. Deshalb stimmt diese Rally sehr nachdenklich.“

Auf Platz 5 finden wir F.Naaß, gefolgt von P.Geyer. Geyer´s Kommentar auf der Zielrampe: „Kurz gesagt, nach ca. 4-5 Drehern, einem Überschlag und irgendwo einen heftigen Verbremser war der Polo im Ziel. Der Spaß stand bei mir im Vordergrund.“

Siebter wird D.Reitstätter, noch vor dem in der Meisterschaft auf Platz 2 liegenden R.Rauch.

9. im Ziel: A.Kröll. Mangels Trainingszeit konnte er kein Schneesetup erarbeiten und startete deshalb mit dem Schotterauto aus Finnland. „Die ersten paar Etappen waren relativ unspektakulär. Spannend wurde es bei den Schnee-Etappen, wo die Strecke am Tag im Gestöber fast nicht auszumachen war. Ein paar Ausritte und eine Rolle seitwärts waren die Folge.“ Nach einem weiteren Abflug auf der Nachtetappe, incl. Scheinwerferverlust, nahm er gegen Ende der Rallye etwas Fahrt heraus.

Die weiteren Platzierungen: 10. W.Knoop, 11.D.Cerha und 12.Y.Lederle. Leztgenannter ging die Rallye nach eigenen Aussagen ziemlich vorsichtig an. „Ich wollte das Auto heile fürs Finale lassen.“

Von 13 Startern sahen bis auf P.Brune alle Teilnehmer das Ziel. Brune musste nach WP 4 auf Platz 7 liegend aufgeben.

Endergebnis Rallye Schweden nach 12 Wertungsprüfungen:
1.Przybylski 59:15 – 2.Möckl + 2:07 – 3.Sentkowski +3:47 – 4.Horwath +5:56 – 5. Naaß +6:41 – 6.Geyer +8:13 – 7.Reitstätter +8:48 – 8.Rauch +9:25 – 9.Kröll + 10:54 – 10.Knoop +13:27 – 11.Cerha +14:06 – 12.Lederle+17:39

Bestzeiten: Przybylski 10, Möckl 1, Sentkowski 1

Stand VRRC nach 11 von 12 Läufen:
1.Möckl 538 – 2.Rauch 416 – 3.Naaß 412 – 4.Sentkowski 398 – 5.Reitstätter 369 – 6.Geyer 341 – 7.Müller 321 – 8.Baum 292 – 9.Horwath 275 – 10.Blecher 259
 
Zuletzt bearbeitet:
U

User

Wie immer ein DICKES DANKE. Toll geschrieben. Werde mich morgen mal dran machen dass die Berichte im Portal erscheinen.
 
U

User 3688

Von mir auch, Klasse Seppo! :]
Aber was ich bis dahin garnicht mitbekommen habe: Gratulation zum Gewinn der Meisterschaft!!! :bravo:
 
Oben