steer-by-wire Technik bei Rennfahrzeugen (aktueller Stand)

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User 19855

Steer-by-wire Technik war bereits hier kurz in Forum 2015 angesprochen: https://forum.virtualracing.org/threads/steer-by-wire-technik.96820/

5 Jahre später, seit ca. 2020, wird Steer-by-Wire-System bereits in Rennfahrzeugen bei Rennen angesetzt.



Ich habe schon davon was gehört, aber habe es vor Kurzem im Video von Daniel Abt mit Sophia Flörsch zufällig gesehen:


Aktuell versuche ich mich gründlich mit FFB in Sims auseinanderzusetzen und sammle diverse Informationen darüber. Deswegen würde mich u.a. schon sehr interessieren, wie genau es dort implementiert und definiert wird, sprich wieviel NM so ein System überhaupt rausgeben kann und welche Kräfte und wie genau dem Fahrer durch FFB rausgegeben werden usw. Falls jemand mehr davon weißt, wären weitere Informationen sehr willkommen.

 
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User 14900

Die max. Handmomente im Lenkrad werden beim Fahren bei um die 10Nm liegen etwa. Sowohl auf der Strecke als auch auf der Straße.
Sowohl als auch ist es ja auch ein Komfortthema. Warum soll sich ein Fahrer abmühen das Fahrzeug zu lenken.
Ein Bekannter von mir meinte mal in einem Rennfahrzeug übersteigt das Handmoment in der Regel nicht 8Nm. Außer man fährt wo gegen.
Warum sollte es hier also anders sein. Die Tendenz von dem was der Fahrer will ist eher geringer denke ich.

Das bisher einzige Serienfahrzeug mit der Technik ist der Infiniti Q50.
Der hat, und das müssen vorerst andere auch haben insofern sie was entwickeln, eine mechanische Rückfallebene. Heißt wenn es ein Problem gibt macht eine Kupplung zu und stellt wieder eine Verbindung zwischen Lenksäule und Lenkgetriebe her.

Bei dem Paravan System ist es glaube ich tatsächlich drive by wire.

Sowas im Rennsportumfeld zu testen und einzusetzen ist ja kein Problem.
Abgesichertes Umfeld, hohe Sicherheitsstandards in den Autos, blitzschnelle Notfallversorgung.

Im Straßenverkehr müssen sich erst gesetzliche Vorgaben ändern, um überhaupt so ein System wie Space Drive im Straßenverkehr einsetzen zu dürfen.

... Was an sich schon wieder ein Witz ist, wenn man bedenkt, dass über unseren Köpfen tausende von Menschen in "Fly-by-wire"- Flugmaschinen sitzen und um die Welt fliegen...

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User 26590

Das bisher einzige Serienfahrzeug mit der Technik ist der Infiniti Q50.
Der hat, und das müssen vorerst andere auch haben insofern sie was entwickeln, eine mechanische Rückfallebene. Heißt wenn es ein Problem gibt macht eine Kupplung zu und stellt wieder eine Verbindung zwischen Lenksäule und Lenkgetriebe her.

Bei dem Paravan System ist es glaube ich tatsächlich drive by wire.

Sowas im Rennsportumfeld zu testen und einzusetzen ist ja kein Problem.
Abgesichertes Umfeld, hohe Sicherheitsstandards in den Autos, blitzschnelle Notfallversorgung.

Im Straßenverkehr müssen sich erst gesetzliche Vorgaben ändern, um überhaupt so ein System wie Space Drive im Straßenverkehr einsetzen zu dürfen.

... Was an sich schon wieder ein Witz ist, wenn man bedenkt, dass über unseren Köpfen tausende von Menschen in "Fly-by-wire"- Flugmaschinen sitzen und um die Welt fliegen...

Das Space Drive II System von Paravan ist bereits straßenzugelassen und wird auch eingesetzt:

 
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User 14900

Das Space Drive II System von Paravan ist bereits straßenzugelassen und wird auch eingesetzt:

Ja, für einen Serieneinsatz aber sicher zu teuer.
Die Konzepte an denen da gearbeitet wird sind technisch auch andere.
Da wird eher auf Sachen aufgebaut, die man aus dem Regal nehmen kann.
Das kann man nicht so einfach über einen Kamm scheren.
Software ist auch ein wichtiges Thema z. B. Die Kommunikation muss ja passen.

Besitzt das Fahrzeug dann eine Sonderzulassung mit solch einem System? Als Versehrtenfahrzeug oder so?

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User 948

Besitzt das Fahrzeug dann eine Sonderzulassung mit solch einem System? Als Versehrtenfahrzeug oder so?

Genau das.

Paravan ist führender Hersteller für Systeme die Behinderten Menschen das Auto fahren ermöglichen. Ich meine die haben sogar für einen NASCAR Fahrer der duch einen Unfall im Rolli sitzt eine Corvette auf Mundsteuerung umgebaut.
 
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User 15219

Also ich kann mir nicht vorstellen das es in „normalen“ Autos Anwendung finden wird.
Außer es wird ein System eingebaut wo im Notfall/Ausfall eine mechanische Verbindung zur Lenkung hergestellt wird.

Ich Arbeite in einem Autohaus wo FCA (jetzt Stellantis *würg*) Fahrzeuge verkauft werden.

die Giulia war das erste Fzg welches ein Brake By wire System von Conti verbaut bekommen hat. Da gibt es auch eine Lösung um mechanisch auf die bremse einzuwirken.
 
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User 19329

Mit Blick auf das kommende autonome Fahren kann ich mir schon vorstellen, dass solche Systeme vorteilhaft verwendet werden können.
 
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User 15219

für autonomes fahren benötigt man doch kein Lenksystem welches by wire funktioniert
 
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User 948

Solche Systeme sind doch schon im Einsatz.

Bereits vor Jahren gab es von Paravan Fahrzeuge die mit Joystick gefahren wurden. Natürlich nicht für jedermann und man hat auch echt lange gebraucht bis man die fahren konnte & durfte.

Ein Kumpel von mir hatte so ein Auto und ich hätte damit nicht mal 2 Meter geradeaus geschafft. Für Ihn wahr das völlig normal.
 
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User 24216

für autonomes fahren benötigt man doch kein Lenksystem welches by wire funktioniert

Doch von vielen Concept Cars wird gerne eine Art "Lounge Atmosphäre" gezeigt wenn das Auto übernimmt, da passt ein wild im Raum rumrotierendes Lenkrad einfach nicht ins Konzept. Und wenn sich der erste den kleinen Finger verbogen hat weil er aus Versehen ins drehende Lenkrad gekommen ist stehen plötzlich Schadensersatzklagen im Raum. Und entsprechend ist auch zu erwarten dass der Gesetzgeber vorschreibt, dass das Lenkrad aus dem "Gefahrenbereich" gefahren wird und sich nicht mehr bewegen darf sobald das Fahrzeug voll übernimmt.
Zudem wird der gesetzliche Rahmen sowieso mit eine der größten Hürden für das Vollautonome Fahren Level 4 und 5. Erst recht weil er auch die ethischen Fragen mit abdecken sollte.

Aber hier eigentlich schon OT, weil der Thread ja im Grunde um Drive by Wire im Rennsport gehen soll. Der Einsatz von Paravan in der DTM ist nicht der erste, letztes Jahr ist ein Cayman mit dem System auf der Nordschleife mitgefahren.

Entscheidend ist halt die Software, wieviel Feedback man by Wire an den Fahrer zurück gibt. Eine elektrische Kugelumlauflenkung ist auch eher arm an Rückmeldung wenn da nicht per Software ein wenig nachgeholfen wird.
Nur fürchte ich wird niemand, der sich wirklich damit auskennt wie das Paravan System im Rennwagen abstimmt, hier was schreiben. Schlicht weil er damit im Zweifel seinen Job gefährden würde.
 
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User 948

Frag doch einfach mal bei Paravan an und frage.

Im schlimmsten Fall bekommst Du keine Antwort.
 
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User 19329

Gerade Simracer sollten dem ja aufgeschlossen sein, oft werden ja FFB Effekte gefordert, die das RL gar nicht abbildet, z.B. enhanced understeer, oder diverse filter :)
 
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User 19329

"Doch was ist für Glock der größte Vorteil des Systems? "Dass auf Bodenwellen oder Randsteinen keine Schläge oder Bewegungen mehr in die Lenkung kommen. Die filtert das System komplett raus", entgegnet Glock."

Schau an....
 
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