SFX100 Bau inkl. Fragen zu Schmierung, Toleranz beim 3D-Drucken und Reinigung

U

User 27655

Hallo zusammen!

Kurze Vorstellung​

Bin seitdem man auf Computern Rennspiele spielen konnte "Simracer". Damals noch mit Tastatur, dann Joystick und mit Lenkrädern hat es glaub ich tatsächlich mit einem "Grand Prix 1" von Thrustmaster begonnen. :giggle:
Seitdem spiele ich mal mehr und mal weniger. Inzwischen bin ich jedenfalls fast ausschließlich iRacing verfallen.
(Habe früher aber auch Flugsimulationen gespielt und will das auch wieder etwas aufleben lassen.)

Meinen Kindsheitstraum, in eine virtuelle Welt eintauchen zu können, konnte ich mir dann endlich 2016 mit einer HTC Vive erfüllen. Inzwischen bin ich auf eine Valve Index umgestiegen.

Ein weiterer Kindheitstraum war aber immer auch ein Motion Simulator. Seit Jahren liebäugle ich mit diversen Simulatoren die mir allesamt aber viel zu teuer waren.
Bis ich 2018(! :oops:) bei einem Kickstarterprojekt eingestiegen bin: https://www.feelthree.com/
Es sollte im Frühjahr 2019 geliefert werden. Ich warte heute noch drauf... :mad2:
Der Typ reagiert nicht mal mehr auf Kommentare oder E-Mails. Ich habe aufgegeben.
Aber nicht nur das. Der Simulator hätte Pitch, Roll und Yaw (aber kein Heave!) ermöglicht.
Da ich mehr und mehr davon lese, dass Pitch und Roll bei Rennspielsimulatoren nicht so gut funktionieren sollen, bin ich inzwischen der Meinung, dass ich mit einem SFX-100 glücklicher werde und viel mehr Feedback von der virtuellen Straße kriegen werde.

Deswegen bin ich nun voll ins Projekt eingestiegen. Bin begeistert, dass es so eine Anleitung überhaupt gibt! Leider gibt es aber auch viele "Lücken" und Unschärfen fürchte ich. Würde mir wünschen, dass man (selbst) die Doku erweitern und anpassen könnte.

Alles ist bestellt. Meine Basis ist übrigens ein Motedis S Dream.
Ich drucke seit einigen Tagen fast nonstop daran.
Mein "Gabentisch" (ich beschenke mich hier selbst) sieht momentan so aus:
IMG_3660.JPG
Ach ja, ich baue und bastle in einer Wohnung. Das heißt ich habe keine Werkstatt, keine Drehbank und auch keinen Schraubstock. Das wichtigste Werkzeug (Bohrmaschine, Steckschlüsselsatz, Schleifpapier, Feilen etc.) habe ich aber.

Toleranz beim Drucken?​

Das Drucken geht sehr gut voran. Ich verwende einen Ender 3 Pro (mit beheizter Glasplatte). Den habe ich schon seit einigen Monaten und er funktioniert echt überraschend gut!
Wenn ich einen "Kleber" (sowas wie Uhustick) verwende, dann gibt es auch kein Warping, ich kriege die Teile aber auch fast nicht mehr von der Platte runter.
Den Drucker hab ich nun so kalibriert, dass bei den 10 Zentimeter Teilen ungefähr ein halber Millimeter Toleranz (zu viel/lang) ist.
Reicht die Genauigkeit für den Slider?

Ich werde ihn erst Drucken (und vorher testen) wenn die Profile da sind, wäre aber trotzdem über eine Antwort dankbar.
Leider konnte ich noch nirgends Informationen dazu finden.

Schmieren: Wo und wie?​

Ich bin schon den ganzen Thread für die Shoppingliste durchgegangen und habe mir dann "Förch Hochleistungs-OMC²-Sprühfett S477" gekauft.
Hoffe mal, dass das passt.

Habe das Bild von der Anleitung ergänzt:
woschmieren.jpg
Nur wo genau muss überall geschmiert werden?
1) Bei der Kugelumlaufspindelnuss meine ich ist es am wichtigsten. Ist hier (roter Pfeil) der "Nippel" wo man reinsprüht?
2) Auf der Spindel selbst auch nötig?
3) In der Festlagereinheit (anderer roter Pfeil)?
4) Im Linearlager?
5) Auf dem Slider selbst?
Dieses Teil soll sich ja ständig bewegen. habe bereits gelesen, dass es passt wenn er mit etwas Gewalt reingeht.
Das wundert mich etwas, denn schließlich muss der Motor das Ding doch ständig bewegen oder? Also auch hier schmieren?

Und kann alles mit dem selben Schmiermittel gemacht werden?

Weiters möchte ich ein Loch zum Schmieren machen. Habe bereits 8 Millimeter Plastikabdeckungen gekauft.
Nur wo genau soll das Loch denn ins Profil? Oder ist das egal?

Reinigen der Teile?​

Zumindest zu den Profilen hab ich bereits gelesen, dass diese noch von den Resten vom Zuschnitt befreit werden müssen.
Nun sind auch die Hohlwellen (hollow shaft) bereits angekommen und die sind ziemlich "dreckig".
IMG_3658.JPG

1) Wie reinigt man am besten diese Teile? Mit Spiritus (der wurde irgendwo statt Öl für das Reindrehen der Reduzierhülsen (thread inserts) empfohlen) abwischen?
2) Die Hohlwellen scheinen innen auch noch etwas Material zu haben. Einfach abschleifen? Wie genau muss das sein?

Reduzierhülsen reindrehen?​

Es wird öfters ein Inbusschlüssel 1/4 empfohlen.
Manchmal auch ein spezieller Bitsatz wo ein Bit zufällig passen sollte. Ich konnte zwar beim oberen Teil eines Bits meines Steckschlüsselsatzes (Link) 6,3 Millimeter messen, aber das scheint mir viel zu kurz zu sein.
Also komme ich nicht drum herum um so einen Satz?
Ist der 1/4 Zoll dann überhaupt lange genug im Sinne der Hebelwirkung um die Reduzierhülsen reinzudrehen?

Motion Compensation/Cancellation für VR - Bewegungen ausgleichen?​

Auf meiner Einkaufsliste steht auch ein Vive Tracker um die Bewegungen des Rigs auszugleichen.
Habe dazu diese Software gefunden: https://github.com/matzman666/OpenVR-InputEmulator
Dort steht, dass der Tracker möglichst nahe am Headset sein soll.
Ich überlege mir deswegen extra noch etwas mit Profilen am Rig anzubauen, das den Tracker dann wirklich über keinem Kopf positioniert.
Hat das jemand erfolgreich in Verwendung?

Vielen Dank schon mal für eure Hilfe!


LG
Thomas
 
U

User 4938

Die Dokumentation reicht mMn vollkommen aus. Das Projekt ist für Leute gedacht, die schon ein wenig DIY-Erfahrung mitbringen. Es wäre sehr müßig, so einem Projekt jemandem zu erklären, der noch nie etwas gebastelt hat. Ist auch schon vorgekommen, aber wie gesagt, sehr viel Arbeit für die Leute, die dann helfen wollen.

Dazu gibt es dann aber auch die verschiedenen Threads hier, wo zusätzliche Fragen beantwortet werden. Ein paar hast Du ja schon gefunden. Welches die 3 Hauptthreads sind, steht z.B. in diesem Beitrag. Ich würde Dir empfehlen, die Doku und die ersten Monate der Hauptthreads gut durchzulesen, und Du wirst auf den allergrößten Teil Deiner Fragen zufriedenstellende Antworten finden, garantiert. Klar ist das nicht wenig zu lesen, aber die Mühe sollte man sich antun und nicht drauf warten, alles vorgekaut zu kriegen. Ist nicht böse gemeint, aber es heißt ja DIY (Do It Yourself) und nicht LODIFY (Let Others Do It For You).

Ein paar Fragen, die Du hier stellst, sind aber auch schon ganz deutlich in der Doku erklärt, z.B. wozu der Schmiernippel am Kugelumlaufgehäuse gut ist.

Aber um Dir meine gute Absicht zu zeigen, nur ein paar persönliche Antworten auf einige ausgewählte Fragen von Dir:

- Hohlwelle erst ordentlich entgraten und einen mit Spiritus getränkten Lappen durchziehen bis die Welle sauber ist. Aluprofile auch an den Oberkanten, wo der Slider später berührt beim Einsetzen, anfasen und Aluspäne mit Spiritus entfernen.
- In das Kugelumlaufgehäuse ein ordentliches Wälzlagerfett, auf die Spindel und die von Dir markierten Stellen am Slider das Würth-Sprühfett.
- Die Wartungsbohrungen 8 cm von der Profil-Oberseite. Tipp: mache sie von 2 Seiten, dann kannst Du später auch alle Laufbahnen des Sliders nachsprühen.

index.jpg


- Was die Druckteiltoleranzen angeht: am besten ausprobieren, ob alle Schrauben und Lager gut reinpassen. Was den Slider angeht, so machst Du das schon richtig, daß Du die erst druckst, wenn die Profile reinpassen. Die sollten nämlich anfangs ein wenig "klemmen", die Motoren schleifen sie schon ein. Eine große Diskussion dazu gibt es im Druck-Thread.
- Als Spezialwerkzeug für die Gewindeeinsätze eine genügend lange M8-Schraube nehmen, zwei sich gegenseitig konternde Muttern bis kurz vor den Schraubenkopf aufdrehen und dann den Gewindeeinsatz drauf drehen, dann kannst Du mit ordentlichem Werkzeug arbeiten. Gibt aber auch andere Möglichkeiten.
 
U

User 27655

Hallo Marc!

Vielen Dank für deine Tipps!

Die Dokumentation reicht mMn vollkommen aus. Das Projekt ist für Leute gedacht, die schon ein wenig DIY-Erfahrung mitbringen. Es wäre sehr müßig, so einem Projekt jemandem zu erklären, der noch nie etwas gebastelt hat. Ist auch schon vorgekommen, aber wie gesagt, sehr viel Arbeit für die Leute, die dann helfen wollen.

Dazu gibt es dann aber auch die verschiedenen Threads hier, wo zusätzliche Fragen beantwortet werden. Ein paar hast Du ja schon gefunden. Welches die 3 Hauptthreads sind, steht z.B. in diesem Beitrag. Ich würde Dir empfehlen, die Doku und die ersten Monate der Hauptthreads gut durchzulesen, und Du wirst auf den allergrößten Teil Deiner Fragen zufriedenstellende Antworten finden, garantiert. Klar ist das nicht wenig zu lesen, aber die Mühe sollte man sich antun und nicht drauf warten, alles vorgekaut zu kriegen. Ist nicht böse gemeint, aber es heißt ja DIY (Do It Yourself) und nicht LODIFY (Let Others Do It For You).
Tut mir leid, ich meine es auch nicht böse aber ich verstehe diese Mentalität hier nicht. Man will den Leuten zeigen und erklären wie es geht, aber ja nicht zu sehr. Was hat das für einen Sinn?
So muss (und soll!) jeder mehrere Threads mit wirklich unzähligen Seiten durchackern. Das habe ich wie gesagt schon gemacht bei denen die ich gefunden habe und die offensichtlich waren. Ich habe meine Notizen gesammelt.
Anstatt, dass dieses gesammelte Wissen und die Erfahrungen nun wieder komprimiert in die Doku einfließen, muss jeder wieder alles durchkauen.
Ich würde mich an dieser Verbesserung auch beteiligen, wenn das gewünscht wäre.

Und niemand lässt hier andere für sich arbeiten nur weil er ein paar Antworten auf ein einige Fragen sucht. Machen muss es trotzdem jeder selbst.
Sollen hier nur die Leute das selbst bauen dürfen, die wissen wie man ein Kugelumlaufgehäuse schmiert? Klingt für mich etwas elitär, muss ich leider sagen. Sollen nicht möglichst viele Leute in den Genuss dieses coolen Simulators kommen?

Vielleicht macht es vielen hier Spaß das selbst zu bauen. Das hier ist ein Racing Forum, dachte ich. Ich will Rennen fahren und cooles Feedback dazu haben. Muss ich denn dazu das Bauen auch mögen damit ich das tun (=bauen) darf?
 
U

User 4938

Vielleicht denkst Du dann einfach mal darüber nach, was dieses Projekt von einem einzelnen User, der alles entwickelt und programmiert + der Community für quasi lau überlässt von einem kommerziellen Produkt wie z.B. DBox für bis zu 20 000€ unterscheidet?

Aber die Community nimmt Dein Angebot, ein komplettes Wiki zu schreiben, nachdem Du Dein Projekt erfolgreich abgeschlossen hast, gerne an.
Gut, daß es Leute wie Dich gibt!
 

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