Preissturz bei Spectrol-Potis?

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User

Wollte nun endlich mal meine T2-Pedale auf ordentliche Potis umrüsten - sie haben es verdient. Da alle so von den Spectrol-Potis bei Conrad schwärmen, hab ich eben mal bei Conrad geschaut, im Online-Katalog stehen die Potis für DM 7,55 (nicht Euro:D) Best-Nr ist 424200-62. Irgendwie hab ich in Erinnerung, dass die Teile mal mehr als DM 20 gekostet haben - oder sind das jetzt andere?

Gruss,
Oli
 
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User 53

Hallo Olli?

Worauf muß ich denn beim Kauf von Potis achten?
Was bedeutet die Zahl, die bei Conrad unter
´Wert´ steht? Muß die Zahl mit den Original-Potis
übereinstimmen und was macht den Unterschied aus?

Solange mir noch das Geld für ein gescheites Wheel fehlt
würde ich gerne mein Logitech auch mit neuen Potis
ausstatten.

Vielleicht kannst Du mir auch noch ein paar Tips
zum Einbau geben? Langt ein Lötkolben, um die Kabel
dranzufriemeln?

Gruß, Thilo
 
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User

Hi Thilo,

in dem Poti ist ein Schleifkontakt, der sich eben mit der Zeit abnutzt. Die Folge sind sog. Spikes, d.h. kurzzeitig schlägt das Lenkrad/Pedal/Joystick aus. Wenn bei mir verstärkt Spikes aufgetreten sind, hab ich dann die Potis ausgebaut, geöffnet und gereinigt - nur irgendwann hilft auch das nichts mehr, dann muss ein neues rein. Die Spectrol-Potis sind mir wegen ihrer Langlebigkeit empfohlen worden - ob sie das sind, werd ich jetzt mal testen ;)

Ok, der im Conrad-Katalog angegebene Wert ist der elektrische Widerstand (in Ohm). Üblicherweise werden 50kOhm oder 100kOhm Potis verwendet. Ist im Prinzip relativ egal, weil man ja im Windows oder im Spiel die Controller calibrieren darf (hehe ich wollte erst MUSS schreiben, aber eigentlich ist es ja ein Feature ;)). An dieser Stelle will ich aber nicht verschweigen, dass der Gameport einiger älterer Soundkarten in zu schnellen Rechnern Probleme mit zu grossen Widerständen haben. Hatte damals ein Problem mit T2-Pedalen an Soundblaster 16 im P200 (der war damals noch schnell ;)), musste mir dann eine regelbare (speed-adjustable) Gamecard kaufen. Sollte aber bei aktuellen Soundkarten nicht mehr vorkommen!

Die elektrische Verbindung zu den Potis geschieht normalerweise durch Anlöten. Es soll schon jemand auf die Idee gekommen sein, da ne Klemme dranzuschrauben, aber davon halte ich nix :) Man sollte auch keine Tim-Taylor Lötkolben mit MEHR POWER verwenden, für elektronische Schaltungen (ok, ist für ein Poti ein grosses Kompliment) reichen 15 bis 30 Watt-Lötkolben.

Mechanisch gesehen muss man wohl ein bisschen pfriemeln - ich zumindest, weil der Durchmesser der Achse von den Spectrol-Potis etwas grösser ist als bei meinen Originalpotis...

Hoffe, das hilft, sonst frag einfach nochmal nach!

Gruss,
Oli (mit nur einem L !!!)
;)

PS: Mittlerweile war ich im hiesigen Conrad-Laden, der Preis stimmt, aber leider hatten sie keine da... Sind also bestellt und kommen hoffentlich noch vor Weihnachten :(
 
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User 53

Hi Oli (mit nur einem L!!!) :D ,

auf der TSW-Homepage
( www.thomas-superwheel.com/prods/spec02.html )

steht, daß sie für ihre Highend-Wheels SPEC-Potis
verwenden. Sind das die gleichen? Bei denen
kostet nämlich einer (!) $25.
Dann währe das bei Conrad ja echt ein Schnäppchen.

Außerdem steht da noch, daß die 50 Ohm-Potis nicht mit USB
funzen. Ist das immer so? Ich hab mein Logitech-Wheel
nämlich normalerweiße über USB angeschlossen.

Cu, Thilo
 
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User

Hi Thilo,

nee das sind andere. $25 !?! Die sollten dann aber wirklich länger als 3 Monate halten ;)

Ich hab aber auch noch mal bei Conrad gestöbert. Die Potis, die ich eigentlich gesucht habe, sind Best.Nr. 424102-62. Und die sind auch in der richtigen Preiskategorie :D
(Im Katalog tauchen sie nicht unter Spectrol auf, im Datenblatt stehts aber gross drin!?!)

Zu den TSW mit USB kann ich leider nichts sagen, meine Potis sind für den analogen Gameport gedacht. Im Zweifelsfall solltest Du die Werte der Originalpotis übernehmen.

Gruss,
Oli
 
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User 53

Ok, hab sie mir angeschaut!

Wenn Du Dir die teueren noch bestellst,
geb mal bescheid, wie sie funktionieren und ob sie
ihr Geld wert sind :D

Ich meld mich dann ,wenn ich Hilfe beim Einbau brauche!

Gruß, Thilo
 
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Hi Zusammen........

Zum Thema Pedal-Potis hätte ich mal `ne Frage:
Und zwar sind in den mir bekannten Wheels (ich habe ein MS-FF-Wheel und ein TM-Force-GT) Potis mit logarithmischer Widerstandscharakteristik eingebaut. Inwieweit lassen sich evtl. auch Potis mit linearer Charakteristik verwenden, bzw.funktioniert das überhaupt????

Gruß Jens (Dgingsi) 8)

P.S.: Falls zufällig jemand die Beschaltung mit Angabe der Widerstandswerte und Pinbelegung für das MS-Wheel benötigt schicke sie gerne per Mail zu.
 
U

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Ok, dann fang ich mal an mit MEINER Theorie - bitte korriegiert mich, wenn ich irgendwo falsch liege.

Zuerst mal die Behauptung, dass lineare Potis besser sind, da sie die Zwischenpositionen exakt wiedergeben. Warum in vielen Sticks/Wheels log-Potis drin sind, weiss ich nicht - aber irgendeinen Grund wird es schon haben. IdR Geld ;)
Wenn ich Potis austausche, bevorzuge ich lineare... wegen meiner Theorie... kann aber sein, dass es ziemlich egal ist, der Mensch an sich ist doch recht anpassungsfähig :D Ich hab mir auch noch nie Gedanken gemacht, wie weit ich das Lenkrad für die nächste Kurve einschlagen muss, das kommt ja doch mehr automatisch...

Wie komme ich zu der Behauptung?
Technisch gesehen wird der Widerstandswert des Potis ermittelt, indem über das Poti R ein Kondensator C aufgeladen wird. Übersteigt die Spannung am Kondensator einen FEST vorgegebenen Wert, ändert sich am entsprechenden Pin vom Gameport der Spannungspegel - hab grad vergessen, ob er dann 0 oder 1 wird, ist aber auch egal, weil Hauptsache es ändert sich was ;) Der Programmierer geht also hin und misst die Zeit bis der Kondensator aufgeladen ist. Das ist eine exponentielle Aufladung nach

u(t) = u0 * (1-exp(-t/T)) mit T = R*C​

Die vorgegebene Spannung sei u1, also u(t1) soll gleich u1 sein, und es folgt:

u1 == u0 * (1-exp(-t1/T))​

und nach einer kleinen Rechnung

t1 = T * ln(u0/(u0-u1)) = R*C * ln(u0/(u0-u1))​

um es etwas einfacher zu schreiben:

t1 = R * const​

Fazit: Die Aufladezeit t1 steigt linear mit der Zeitkonstanten T, also auch linear mit R
Über den gesamten Bereich von R wird wohl die grösste Genauigkeit mit einem linearen Poti erzielt.
Ausserdem wird die Standard-Joystick-Routine einfach nur die Zeit messen und diese zurückgeben. Bei log-Potis müssten also Fehler in den Zwischenpositionen auftreten, die der Spieler so wohl gar nicht mitkriegt. Nach dem Motto: Hauptsache, Mitte, Min und Max stimmen, dazwischen ist es egal...


Gruss,
Oli
 
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Hallo Oli,

vielen Dank erstmal für Deine ausführlichen Erklärungen. Um das jetzt alles nachvollziehen zu können, müsste ich ein Gesamtschaltbild vorliegen haben. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich Dir nicht traue, aber der Spannungsverlauf an einem Kondensator, der über einen Widerstand geladen wird, ist über die Zeit der Ladung doch nicht linear, oder?
Meines Erachtens steigt die Spannung langsam an, um dann gegen Ende, also zu Beginn der Sättigung des Kondensators stärker anzusteigen. Das würde aus meiner Sicht den Einsatz von logarithmischen Potis erklären, die dann ja die "Aufgabe" hätten, den nicht linearen Spannungsverlauf wieder einigermaßen linear zu gestalten, also dem entgegen zu wirken. Aber auch ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Und irgendwo habe ich auch noch irgendwelche Fachbücher über E-Technik. Und auf jeden Fall werde ich lineare Potis einmal ausprobieren, sobald meine jetzigen nicht mehr funktionieren sollten.
Noch etwas zur Beschaffung von Potentiometern. Ich habe festgestellt, dass es weitaus schwieriger ist, Potis mit logarithmischer CH. aufzutreiben, als Lineare. Und der Widerstandswert der Potis (MS-Wheel) beträgt gemessen 127kOhm und 137KOhm. Diese Größen sind gar nicht gelistet.
Also entweder 150 oder lieber 100KOhm lassen sich wohl auch verwenden. Und ich glaube, die TSW-Leute setzen gar nur 50KOhm Potis (lin) ein, soweit mir bekannt ist.
Soweit erstmal.........

Gruß Jens (Dgingsi) 8)
 
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müsste ich ein Gesamtschaltbild vorliegen haben
Ich schau mal, ob ich sowas im Netz auftreiben kann - auf Einscannen oder selber Malen hab ich irgendwie keine Lust ;)
Vielleicht reicht vorerst eine grobe Beschreibung (aus meinem Gedächtnis - also keine Gewähr 8)) für den Aufladevorgang (Kondensator ist zum Zeitpunkt t=0 entladen):
Spgquelle(+) u0 - R - C - Masse (geht nat. an Spgquelle -)
Ausserdem gibt es zwischen R und C einen Abgriff für die Kondensatorspannung.

aber der Spannungsverlauf an einem Kondensator, der über einen Widerstand geladen wird, ist über die Zeit der Ladung doch nicht linear
Natürlich nicht, er ergibt sich aus meiner ersten Gleichung, da steht doch eine Exponentialfunktion drin!!! Aber der Verlauf interessiert ja gar nicht, sondern nur die Zeitspanne des Aufladvorgangs (von u=0 bis auf den Wert u=u1). Und diese Zeit ist - ich wollte es erst auch nicht glauben ;) - dirket proportional zum Widerstand. Verwirrend, ich weiss...
Ich hab auch erst gedacht, dass man log-Potis nimmt, um die e-Funktion des Ladevorgangs zu beseitigen - bis ich mir mal den Spass gemacht hab, das Obige auszurechnen. Faszinierend...

Aber wenn Du die MS Pedale schon aufgehabt hast (ich hab meine so gut wie gar nicht verwendet, schwöre auf meine modifizierten T2-Pedale + MS FF Wheel), kannst Du mir ja vielleicht noch was über die Verschaltung da erzählen. Was mich nämlich interessieren würde ist, wie dort die Kalibrierung realisiert ist. Denn im Windows braucht man ja eigentlich nix zu kalibrieren, also irgendwie muss Microsoft die Kalibrierung als Hardwarelösung eingebaut haben. Und was passiert jetzt, wenn ich ein anderes Poti einbaue? Dann wird es wohl so sein, dass ich einen etwas anderen Widerstandsverlauf über den Pedaldruck habe!?! Und dann? Geb ich schon Gas, obwohl das Pedal noch gar nicht gedrückt ist bzw. muss ich erst die Hälfte drücken, bis Gas kommt ???
Hast Du da ne Idee? Gibts evtl Trimmer um Minimum und Maximum einzustellen???
Kann natürlich auch sein, dass man in den Pedalen gar nix sieht und der Rest im Lenkrad passiert - ich hab keine Ahnung, erleuchte mich!!!

Gruss,
Oli
 
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User

Hallo Oli,

ich merke schon, Du bist fachlich richtig gut drauf :]
Ich habe in meinem Beruf mit den Grundlagen der Elektronik nicht mehr so viel zu tun (mache mehr Steuerungstechnik (SPS) und etwas Regelungstechnik).
In den Microsoft-Pedalen befinden sich lediglich zwei Potis. Der Rest geschieht, wie Du schon richtig vermutet hast im Wheel selbst. Ich habe mir daher auch nur die Verschaltung der Potis mit Angabe der Widerstandswerte(gesamt, und jeweils Gas u. Bremse betätigt) und Aderfarben, sowie die Pinbelegung des Steckers einmal aufgezeichnet, um eine Übersicht zu gewinnen, ohne das Teil wieder aufschrauben zu müssen. Die Werte in der Tabelle sind gemessene Werte. Auf den Potis ist nämlich nicht einmal eine Angabe über die Größe des Widerstandswerts und ob sie log oder lin sind. Es sind aber log- Potis. Ich bin gerade dabei die Zeichnung aus meiner Skizze zu erstellen und könnte sie Dir dann zuschicken.
Einen Teil Deiner Fragen bekommst Du sicherlich beantwortet, wenn Du dir die Tabelle meiner Meßergebnisse anschaust.
Ich nutze zur Zeit mein MS-Wheel auch nicht, da ich außerdem noch zwei Thrustmaster Force GT Wheels habe. Eines fahre ich, und das Andere habe ich zerlegt um auf der Basis ein Selbstgebautes zu erstellen; also kugelgelagertes Wheel im Alugehäuse......Es wird aber noch ein Weilchen dauern, bis ich es fertig habe. Bei den Pedalen werde ich es bei den Originalen belassen. Die sind m. E. wirklich sehr gut.

Viele Grüße Jens (Dgingsi) 8)
 
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User 125

Ich glaube wenn ich hier irgendwann dann mal was herauslesen will um evtl. Probleme an meinem Wheel zu beseitigen oder zu finden werde ich wohl lieber mal schnell zur Uni gehen und mich fuer Elektrotechnik einschreiben. :D :D :D

Aber ich glaube im Moment reicht auch schon die Aussage (zumindest fuer mich) das seltsame Verhaltensweisen am Wheel auf defekte oder verschmutzte Poti's zurueckzufuehren sein koennen.

So und jetzt will ich das Fachgespraech nicht weiter stoeren, Thx.
 
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Hi Jens,

danke für die Infos! Wäre nett, wenn Du mir Deine Zeichnung schicken würdest, wenn sie fertig ist.

Und für Dich hab ich auch noch was, nämlich einen Joystick/Gameport-Link:
http://chip.ms.mff.cuni.cz/~pcguts/input_devices/pc_joystick.html

Zum Schluss noch ein Gedanke zu den log-Potis: Beim PC gibt wird ja die Schwelle vorgegeben und dann die Zeit gemessen. Mach ich das andersrum - i.e. ich lade den Kondensator eine bestimmte Zeit lang auf und schaue dann, welche Spannung über ihm abfällt - würde sich bei log-Potis die Spannung linear zum Drehwinkel ändern. Das Prinzip hätte jedoch einen höheren Schaltungsaufwand zur Folge (z.B. A/D-Wandler, Datenübertragung zum PC)...


Gruss,
Oli


PS: @Dennis: LOL ;)
 
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User

Hallo Oli,

die Zeichnung ist unterwegs. Und den Joystick/Gameport-Link
habe ich gleich zu meinen Favoriten hinzugefügt; thx..

Gruß Jens
 
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