ODP - FTT #3 - Daytona International Speedway

U

User 11106

odptona.jpg

Nach den Ausflügen auf die Intermediate-Ovale treibt es das Oval Development Program (ODP) mit der Fixed Truck Trophy (FTT) auf den ersten Superspeedway und zugleich auf die populärste Strecke in der Oval-Motorsportwelt, dem Daytona International Speedway.

Die Strecke
1255px-Daytona_International_Speedway.svg.png


Daytona Beach gilt als Geburtsort der NASCAR. Zur Zeit der amerikanischen Prohibition trafen sich einige Moonshiner (Schwarzbrenner) am Strand von Daytona Beach und trugen dort 1938 ihr erstes Wettrennen aus. Ein gewisser Bill France Sr. Erkannte früh großes Potential in den Veranstaltungen und fing kurz darauf an, die Rennen auf gesperrten Abschnitten zu organisieren, woraus später schließlich die NASCAR hervorgehen sollte. Heute leitet sein Enkel Brian France die Geschäfte und die NASCAR ist längst ihrer Sandschlacht entwachsen.

Die Strecke hat sich inzwischen etwas vom Meer entfernt und liegt seit 1959 direkt neben dem Flughafen von Daytona Beach. Sie stellt die Ikone des amerikanischen Motorsports dar und ist für ihre atemberaubenden Rennen bekannt. Der Grund für das enge Racing ist simpel: Mit einer Länge von 2,5 Meilen und mit 31° überhöhten Kurven heißt es hier „pedal to the metal“ und das durchgängig. Das dadurch entstehende „pack racing“, bei dem sich alle Autos innerhalb von wenigen Sekunden im 2- oder 3-wide befinden, erfordert eine komplett andere Fahr- und Herangehensweise, als man es von den „normalen“ Ovalen gewohnt ist.


Eine Runde (…und noch etwas mehr)

--> Replay <--

Diese Woche müssen wir uns nicht viel Sorgen um die Linie machen, denn die ist simpel: Einfach immer unten lang. Viel wichtiger als die schnellste Linie ist, diese auch konstant halten zu können. Viele, die sich mal in offiziellen iRacing-Rennen auf Superspeedways probiert haben, werden gemerkt haben, dass manche Fahrer in der Kurve teilweise mehrere Spuren brauchen und oft am Hoch- und Runterrutschen sind. Dies ist nicht nur für den Hintermann und eventuell auch Anschieber extrem irritierend sondern besonders im Pack sehr gefährlich und ein Hauptauslöser für Unfälle. Daher solltet ihr im Training alle möglichen Linien mal durchprobieren und darauf achten, dass ihr eure Linie um den kompletten Kurs konstant halten könnt.

Ebenfalls zu beachten sind die Ein- und Ausfahrten der Boxengasse. Da wir traditionell erst auf der Backstretch wieder auf die Strecke fahren, wenn wir gerade aus der Box kommen, muss T1/2 auf den flachen Apron befahren werden. Hier ist Vorsicht beim Gas geben geboten, besonders wenn zum Ausgang von T2 langsam Geschwindigkeit aufbauen möchte und dadurch unter Umständen frühzeitig hochrutscht. Noch komplizierter stellt sich oft die Boxeneinfahrt dar, da man hier mit über 170 mph angeschossen kommt und diese auf 60 mph „pit speed“ drosseln muss. Gleichzeitig darf man aber auch nicht zu stark auf die Bremse latschen, da sonst die Räder blockieren und man entweder zu schnell in die Box fährt oder im besten Fall gleich noch jemanden mit abräumt.

Den Bremsvorgang leitet man grundsätzlich erst ein, wenn man aus T4 kommend sich unterhalb der doppelten gelben Linie positioniert hat, also auf den Apron. Auf der Strecke wird nicht mit dem Bremsvorgang angefangen! Als Bremspunkt nutze ich gern den dunklen Fleck, der sich zwischen weißer und gelber Linie befindet. Dieser ist im Gen6 perfekt, im Truck kann man aufgrund der geringeren Geschwindigkeit auch etwas später bremsen. Ihr bremst mit einer maximalen Pedalkraft von 60-70%. Zudem müsst ihr den Einschlagswinkel eures Lenkrades beachten. Ist man bei der Einfahrt ganz innen kann man die Boxengasse schön gerade anfahren und auch etwas stärker bremsen. Wenn ihr allerdings außen seid und leicht einlenken müsst, könnte ihr nicht so stark auf die Bremse gehen, da dann kein Grip mehr zum Lenken vorhanden ist und die Räder anfangen zu blockieren.

Und zu guter Letzt noch eine dringende Bitte: Kündigt euren Stopp an! Aufgrund der starken Verzögerung kann es zu Rückstaus und Auffahrunfällen kommen. Mit einer kurzen Ankündigung können sich eure Hintermänner auf euer Vorhaben einstellen. Entweder ihr belegt euch eine Taste für den Text Chat mit „Pitting In“ oder ihr sagt kurz im Voice Chat Bescheid, dann aber bitte den Namen oder die Fahrzeugnummer dazu sagen. Seid euch aber stets bewusst, dass nicht jeder den Voice Chat aktiviert hat und ihr deshalb davon ausgehen müsst, dass jemand eure Ankündigung auch mal nicht gehört hat. Dann liegt die Verantwortung immer noch bei euch, für eine sichere Boxeneinfahrt zu sorgen.


Verhalten auf Superspeedways

Kommen wir zum wichtigsten Punkt für Superspeedways: Das Verhalten auf der Strecke. Hier muss man zwischen „pack racing“ und das Fahren im Tandem unterscheiden. Widmen wir uns zuerst dem Verhalten im Pack. Dabei befinden wir uns einer Gruppe mit vielen Fahrzeugen die nicht selten im 2-wide unterwegs sind. Daher ist es zu aller erst wichtig, die eigene Linie konstant zu halten, um niemanden abzuräumen. Zudem praktiziert man hier kein Bumpdrafting (den Vordermann anschieben), da dieses in der Gruppe nicht nur nutzlos sondern auch gefährlich ist. Ausnahme sind natürlich Angriffe z.B. auf der äußeren Spur. Wenn man aber normal mitschwimmt hält man einen kleinen Abstand zum Vordermann, damit man bei den immer wieder auftretenden Rückstaus auch noch Zeit zum Reagieren hat. Auch wenn sich vor einem ein Unfall ereignet, hat man so mehr Möglichkeiten, auf diesen zu reagieren. Also kurz noch mal zusammengefasst: Linie und Abstand halten!

Kommen wir zum Tandem-Fahren. Bei diesem finden sich zwei Fahrzeuge, die sich gegenseitig anschieben, was in der Fachsprache „bumpdrafting“ genannt wird. Um dies möglichst effizient zu betreiben, ist es natürlich auch hier wieder sehr wichtig, dass man besonders als Vordermann konstant seine Linie hält. Nur so kann man als Hintermann bzw. Anschieber immer schön mittig den das vorher fahrende Fahrzeug anschieben. Wichtig ist hierbei auch das „mittig“, denn nur dann verschwindet ihr komplett im Windschatten des Vordermanns und könnt damit mehr Geschwindigkeit aufnehmen. Fahrt ich leicht versetzt, werden ihr vom Luftwiderstand leicht eingebremst. Zudem solltet ihr besonders in den Kurven darauf achten, dass ihr nicht zu stark versetzt fahrt, denn schnell passiert es mal, dass man mit einer kleiner Überlappung den Vordermann einen kleinen Stupser auf das Heck gibt und diesen dadurch wegdreht. Daher in der Kurve lieber etwas Luft lassen.

Zudem gibt es beim Tandem-Fahren noch eine weitere wichtige Komponente, das Switchen. Nach einigen Runden wird der Motor beim Anschieber zu warm (Anzeige für Öl- oder/und Wassertemperatur beginnen zu blinken) und es muss ein Wechsel vorgenommen werden, damit man weiterhin im Tandem anschieben kann. Um diesen Wechsel schnell durchzuführen, lässt sich der Vordermann vor dem Kurveneingang zu T1 oder T3 auf die zweite Spur treiben, damit sich der Hintermann bei der Kurveneinfahrt innen daneben setzen kann. Wenn der Spotter das „clear“ gibt, kann man als ehemaliger Vordermann nun wieder auf die innere Spur herunterziehen und sofort mit dem Schieben beginnen. Was ihr unbedingt vermeiden möchtet, ist, dass der Wechsel am Kurvenausgang noch nicht abgeschlossen ist und ihr dadurch kurz lupfen müsst und damit viel Geschwindigkeit verliert, die ihr in den folgenden Runden erst wieder mühsam aufbauen müsst. Auch dürft ihr den Switch-Vorgang nicht zu früh einleiten, denn wenn ihr bereits auf der Geraden damit anfangt, verliert ihr ebenfalls viel Geschwindigkeit. Deshalb die Switches nur in den Kurven durchführen und dabei früh am Kurveneingang damit anfangen, damit ihr beim Kurvenausgang wieder Schieben könnt.


Aggressivität im Oval

Besonders im letzten Rennen von Atlanta war teilweise zu viel Aggressivität zu sehen. Es wurde in manchen Situationen bei jeder Gelegenheit in Lücken gehalten und bei Unfällen trotzdem nicht abgebremst und dadurch ein noch größeres Crashfestival abgeliefert. Im Oval ist allerdings Ruhe und Geduld der Schlüssel zum Erflog. Man braucht nicht nur viel Ruhe beim Lenken der Fahrzeuge sondern auch beim Fahren im Verkehr. Manchmal ist man einfach eingekesselt oder kommt nicht vorbei. Dann ist das eben mal so und man nimmt sich etwas zurück und achtet auf seine Reifen, damit man sich vielleicht später einen kleinen Vorteil erarbeitet. Zudem ist es äußerst wichtig, alles im Blick zu haben, was um einen herum passiert. Wir haben hier leider keinen Spotter wie in den realen Rennserien, der uns über alles Erdenkliche um uns herum informiert, also müssen wir selber durch Rückspiegelarbeit und F3-Box-Betrachtung unserer Situation bewusst sein. Dies kann teilweise sehr schwierig sein.

Dabei möchte ich auf ein Beispiel eingehen, das letzte Woche oft aufgefallen war. Es kommt jemand am Exit von T2 in die Mauer und der Hintermann weicht reflexartig nach innen aus. Da befindet sich aber noch einer und es kommt zum Kontakt. Wie handhabt man also solch eine Situation? Zu aller erst muss man feststellen, wie die gegnerischen Fahrzeuge um einen herum positioniert sind. Wenn ich merke, dass neben mir jemand ist, kann ich nicht einfach nach unten ausweichen sondern muss stattdessen abbremsen, um den in der Wand hängenden Vordermann nicht abzuräumen. Dies erfordert allerdings auch, dass meine eigenen Hintermänner vorausschauend fahren und auf die Verlangsamung angepasst und frühzeitig reagieren. Falls nicht mehr rechtzeitig abgebremst werden kann und man ausweichen muss, ist es wichtig zu beachten, dass man nicht zu hektisch und stark am Lenkrad dreht. Einerseits beansprucht man dann fast die ganze Strecke für sich, was keinen Platz mehr für die Gegner lässt, und andererseits läuft man dann Gefahr, sich selber aufgrund der ruckartigen Bewegung wegzudrehen.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ihr also stets wissen müsst, was um euch herum passiert und zudem in jeder Situation einen kühlen Kopf bewahren müsst. Wer jetzt nach dem ganzen Text noch nicht ermüdet ist, dem empfehle ich einen Blick auf die „Oval-Bibel“, in der wichtige Verhaltensweisen im Oval noch mal genauer betrachtet und dargestellt werden.


Der Zeitplan

Donnerstag, 12.03.2015
19:00 - 23:00 Uhr - Training

Passwort: vrtrain


Dienstag, 17.03.2015
18:30 Uhr - Training
20:25 Uhr - Qualifying (2 Runden)
20:30 Uhr - Rennen (50 Runden)

Passwort: vrodp


Und ich brauch jetzt erst mal ein Eis! Bis Donnerstag Jungs! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
U

User 768

Dazu gleich ein Hinweis auf eine Änderung in den Servereinstellungen:

für Daytona und Martinsville wird es nur mehr 2 Fast Repairs für die Rennen geben!

Und Hinweis zu Daytona: wir fahren die Nacht-Version!

lg,
Klaus
 
U

User 11106

Da hatte ich mich etwas unglücklich ausgedrückt. Natürlich haben wir einen Spotter, der uns über grundlegende Dinge informiert. Ich wollte darauf hinaus, dass wir keinen Spotter wie z.B. in den NASCAR-Serien haben, der z.B. sagt: Auto in der Mauer in T2, Gegner unter dir, gehe in die Mitte. Stattdessen bleibt unser Spotter in der Regel bei solchen Aktionen stumm und der Fahrer muss die Situation selbst erkennen und bewältigen.
 
U

User 11106

Wenn die neuen Trucks erscheinen werden wir überprüfen, ob Fahrverhalten und Setupeinstellungen zum alten Modell identisch sind. Wenn dies zutrifft, werden sowohl alte als auch neue Trucks zugelassen. Wenn nicht, werden wir dann zu gegebener Zeit eine Entscheidung fällen.
 
U

User 478

Und von iRacing gibts dazu ja auch noch nen kleinen Kaufanreiz für die neuen Trucks. :)

As most of you know, we should have two new race vehicles for our fixed and open Class C (Camping World Truck) Series.

The NASCAR Chevrolet Silverado Camping World Truck and the NASCAR Toyota Tundra Camping World Truck. Both will be for sale at the normal price of $11.95 each. However anyone that purchased the existing Chevy Silverado in the last 90 days will get a full of credit of $11.95 deposited in their account. Additionally anyone that bought the existing Chevy 90 days and prior to that will receive a credit or $5. So anyone that owns it currently will get some type of credit either full credit of $5. The credits can be used anyway you want on the iRacing service. The credits will not be done until the build which as of now will be on Wednesday of this week.

The Existing or "Old" Chevy Silverado will no longer be used in the normal official Series. It will be renamed to include the wording circa 2013 and the price dropped to $5. Old Chevy: Chevy Silverado - circa 2013. Price $5

Thanks and have a great season!
 
U

User 11503

Wann kommt der neue Truck? Morgen habe ich den Alten genau 90 Tage...nicht dass ich wegen 5$ verhungern muss, aber wenn es sich um 3 Tage handelt, dann wurmts mich doch 😉
 
U

User 11106

Das neue Build kommt am Mittwoch und damit auch der Truck, also erst übermorgen. Du hast hier wohl die klassische Definition von "Pech" erwischt. ;)
 
U

User

SSW Fluch, nen Toyota der Besser Ausschaut als ne Gescheite Marke... Die Woche geht ja gut los...
 
U

User 947

Hoffe die alte Kiste bleibt, möchte nicht unbedingt neu kaufen. Gefallen mir beide nicht.
 
U

User 11106

Da werden wir dich wahrscheinlich enttäuschen müssen, Mirko. Tony Gardner ist im iR-Forum gestern noch auf die Unterschiede zwischen neuen und alten Trucks eingegangen und anscheinend wurde einiges an der Physik geändert. Somit müssen wir uns entscheiden und dabei wird die Wahl wohl auf das neue Modell fallen, aus zwei Gründen: 1. Wir richten uns nach den iRacing Serien und dort wird ab sofort das neue Modell gefahren. 2. Alle Fahrer, die sich das alte Modell in den letzten 90 Tagen gekauft haben bekommen eine Gutschrift über den kompletten Kaufpreis und können sich damit den neuen Truck für lau kaufen. Die restlichen Besitzer bekommen immerhin eine 5$ Gutschrift und zahlen somit nur knapp 7$. Jeder, der sich extra für das ODP den Truck gekauft hat, hat also keine Mehrkosten. Eine endgültige Entscheidung von uns folgt aber erst morgen, wenn wir uns selber ein Bild über die Differenzen zwischen alten und neuen Modell bilden konnten.

Gesendet von meinem Nexus 5 mit Tapatalk
 
Oben