GPL Realismus

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User 6455

kurze Frage von nem blutigen Anfänger aus reinem Interesse:

ich habe erst kürzlich meine ersten online Rennen in GPL auf'm Public server gemacht, und mir nen GPl Rank geholt und dort die Bestzeiten, also 'Weltrekorde' angeschaut. Die Frage ist einfach: Warum sind diese Zeiten so astronomisch schneller als die 'realen' Zeiten aus der 67er F1 Saison?

Würde mich einfach mal interessieren wo die Grenzen der Physik-engine in GPL liegen, und was genau da der Grund ist.

Björn
 
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User 4247

Hi Björn,

ich denke die Antwort darauf sollte recht einfach sein und liegt nach meinem Dafürhalten

1. daran, dass die Fahrer damals ihr Leben als Pfand abgaben. Die Konsequenz ist, dass sie sich von unten an das Limit herantasten mussten, während wir Simulaten eine Kurve voll probieren können um zu merken, dass das nicht geht. Anschließend können wir es dann immer etwas langsamer probieren bis es passt.

2. und das ist wohl noch entscheidender: Die Fahrer damals hatten 2 Trainingstage Zeit um sich auf die Strecke einzustellen - ein eigenes Setup wurde meist ohnehin nicht erstellt, der Fahrer durfte wohl froh sein, wenn er das Getriebe angepasst bekam. Dagegen haben die Aliens hier ganze 10 Jahre Zeit gehabt um auf 11 Strecken in Sachen Setup, Ideallinie und Fahrtechnik das Maximum herauszuholen ... und werden noch immer regelmäßig schneller.

Ich denke vor dem Hintergrund sind die damals gefahrenen Zeiten nicht hoch genug einzuschätzen.
 
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User 6455

naja,

das hab ich mir auch schon gedacht. Das macht auch teilweise Sinn. Z.B. in Monza hat (laut Wikipedia) hatte Jim Clark '67 ne Polezeit von 1:28:5xx. Laut F1 website auch. Das kommt hin. Weltrekord im Lotus 1:26:144, dass ist vorstellbar durch setup, Übung, usw.

Aber z.B. in Kyalami paßt dass überhaupt nicht. Schnellste Rennrunde von Hulme 1967 war 1:29:9. Ich hab nen Trackguide der mir sagt, dass mein Ziel (irgendwann schaff ich es vielleicht) im Rennen eine Zeit um 1:20 bis 1:21 sein soll. ???? Ähnliches gilt für Spa.

Es kann auch nicht an Langsam vs. Schnellen Strecken liegen. Monaco z.B. macht wieder Sinn. Polezeit von Brabham war 1:27:6. Klar sind die Weltrekorde schneller. Aber die Unterschiede zwischen GPL Zeiten und 'echten' Zeiten sind nicht 'konsistent' nur erklärbar durch Übung und bessere setups. Das scheint mir irgendwas mit Streckencharakterisitik, Phsiykengine und was man in der Simulation draus machen kann zu tun zu haben. Meine ich zumindest.

Naja, war auch nur so ein Gedanke.

Björn
 
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User 988

Die Strecken weichen teilweise auch ab, d.h. in real war Kurve x etwas langsamer als im Spiel oder umgekehrt.
 
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User 4247

Stimmt, bei Kyalami und Spa ist es ziemlich krass, obwohl laut Wiki und Motorsportarchiv beides Trockenrennen waren (das war mein erster Gedanke).

Wobei ich zu Spa sagen muss, wenn ich Bilder aus der Zeit sehe und das mit dem vergleiche, was mir in GPL geboten wird, dann hat beispielsweise die GPL-Masta gegenüber dem Original schon fast Autobahncharakter. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass durch die echte Masta auch nur einer mit 280 Sachen gekachelt ist - und alleine diese eine Passage könnte schon viel an der Rundenzeit ausmachen.
Es könnte also sein, dass hier einfach die Umsetzung der Strecken weniger gut geglückt ist, als bei den anderen.

Edith ist gerade noch eingefallen, dass die Autos während der echten Saison 1967 ja auch ständig weiterentwickelt wurden, wogegen sie in GPL immer gleich sind. Das ist wohl auch ein Aspekt.
 
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User 6455

Ja, des könnt's sein...

Ich fand es krass das mal zu vergleichen. V.a. die 1967 Zeiten die mit GPL änhlich sind (bsp. Clark in Monza)... meine Fresse. Stell dir vor du sitzt in einer Badewanne gefüllt mit Benzin und völlig überpowert, und sollst das Ding as Limit fahren...

NUTS!!!

Bodo
 
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User 4247

DAS bringt es mal auf den Punkt! ... und verschafft mir ne neue Signatur. :)
 
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User 988

Ja, Weiterentwicklung z.B.

Der Lotus49 kam ja erst in Holland zum Einsatz. Vorher hatten die nen BRM Motor glaube ich, Lotus43 oder so.
 
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User 6455

ja weiterentwicklung und/ oder Streckennachbildung. Nach genauerem Hinschauen scheint es ja wirklich nur Spa und Kyalami zu sein, mal vom Nürburgring abgesehen, aber hier ist es wohl plausibel dass langes Trainieren und die 'Abwesenheit von Lebensgefahr' bewirken, dass der Ring in GPL in jeder Kurve am Limit gefahren wird, während das '67 wohl kaum passiert ist. Ich mein, die Jungs waren verrückt, aber doch nicht lebensmüde..
 
Zuletzt bearbeitet:
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User 1834

Vergesst nicht das die Strecken in Real schmutzig, holprig, naß und vllt kaputt waren.

Clark ist ´67 8:05 am Ring gefahren. Allerdings war die Strecke an einigen Stellen viel langsamer als ingame.

Dann auch noch die Tatsache das zu der Zeit die Bremsem scheiße waren, auf die Lebensdauer des Autos geschaut werden musste usw.
 
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User 17

Kyalami hatte sich zwischen 67 und 68 leicht geändert (nicht der Streckenverlauf an sich, aber Einzelheiten an der Piste), die GPL Version entspricht da eher dem 68er Track, und da stimmen die Zeiten eher (wobei dann die Wagen auch in der Höhe etwas Leistung verlieren in echt, aber nicht in GPL)
 
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User 3793

In Silverstone sind die Zeiten sogar fast gleich.

Jim Clark = 1:25.3 / GPL Rank = 1:24:2
 
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User 568

und dann kam noch dazu, dass Kyalami ja das erste Rennen der Saison war und daher viele Fahrer noch mit Ihren Vorjahreswagen am Start waren (meine ich mal irgendwo gelesen zu haben).
 
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User 2013

Es ist eben eine Sim, nicht Realität

Neben allen hier bereits zu Recht angeführten Faktoren dürfte die Technik der Simulation auch eine Rolle spielen. Wie du richtigerweise gefragt hast:

>> Würde mich einfach mal interessieren wo die Grenzen der Physik-engine in GPL liegen, und was genau da der Grund ist <<

Eine Sim bleibt eine Sim und ist nicht die Realität. Und durch jahrelanges Üben nutzt man eben auch Dinge aus, die spezifisch für die Simulation sind und in der Realität nicht exisiteren. Dazu muss man diese Effekte nicht mal bewusst kennen. Ich habe mich nie ins Thema vertieft - will ja nicht eine bessere Sim programmieren - bin also kein Spezialist. Aber einige Dnge fallen schon auf: Die Reifen werden nicht wirklich abgenutzt, nur die Überhitzung wird simuliert. Bei der Fahrweise der Aliens würde ein Satz damaliger Reifen in Kürze nicht mehr brauchbar sein. Damals fuhren die damit oft sogar mehr als ein Rennen. Wie schon erwähnt wurde sind die Strassenoberflächen in GPL viel zu gut im Vergleich zur damaligen Realität. Auch sind die Strassen nicht bombiert, sondern wie eigentlich zwei schräge Flächen mit einem recht abrupten Übergang in der Mitte. Und es dürfte noch einiges mehr an Vereinfachung in der Sim stecken. Die mussten ja ein Spiel für die Technik von 1998 programmieren. Es gibt die bekannten, amüsanten Effekte, wo die Sim "ausflippt" und völlig unrealistisch reagiert. Die Wagen fliegen hunderte Meter wie eine Rakete durch die Luft, drehen an Ort wie ein Brummkreisen einen Minute lang, usw.

Was auch zu bedenken ist: Die realen Fahrer sind in ihren Zigarren ganz extremen Bedingungen ausgesetzt: Zum Beispiel Temperaturen von über 80°, starken Stössen und Beschleunigungen. Wir dagegen sind auf unserem ruhigen und hoffentlich bequemen Sitz von all dem verschont. Es gibt höchsten solche Anfänger wie mich, der immer wieder völlig verkrampft an seinem Weel herumreisst, in Erwartung der Fliehkräfte :D

GPL kannst du hingegen mit einem Stick steuern. Soll schneller gehen als mit dem Weel, was ich mir gut vorstellen kann. Auch ohne Force Feedback. Alles sehr weit weg von der Realität im Cockpit eines F1 aus den 60ern.
 
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User 6455

was die Fahrweise betrifft, bin ich mir da garnicht so sicher. Klar sind die WR's unrealistisch, weil so extrem gedriftet und überdreht wird. Wenn ich mir aber Replay Rennen angucke, naja, da stehen auch Aliens nicht querer oder driften so eindeutig mehr. In real wird es wohl von der jeweiligen Streckenqualität abgehangen haben ob man driften konnte oder nicht... Ich habe mir mal das WatGlen Rennen auf youtube angeschaut, und da sieht man das der Asphalt teilweise zugekittete Risse hat...

Ich glaube da kommen viele unberückschtigte Sachen zusammen; im Ergebnis werde ich schon so nervös wenn ich dran denke welche Zeiten die 'in echt' gefahren sind. Mich hatte nur interessiert ob es vielleicht 'einen' klaren Unterschied gibt, den jemand hier kennt. Ist wohl net der Fall...
 
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User 403

Fassen wir zusammen:
67 gab es:
-keinen shuft + R, draufgehen konnte man bei jeder fahrt.
-kaputte Strecken und teilweise katastrophale Bedinungen an einem Renntag.
-Auto hatten macken. Motorprobleme usw.
-Fahrer waren im Vergleich zu uns extrem wenig geübt.
-Fliehkräfte die man aushalten mußte und Wind der beinflussen kann.

Von daher waren die Zeiten der Herren imo extrem gut.

Wir:
-sitzen lässig im Stuhl und lassen es auf n Abflusg drauf ankommen. Keine Angst vor einem fatality
-keine Fliehkräfte
-1000ende Runden Übung um die Grenzen der Sim auszuloten.
-Sim ist niemlas 100% real aber verdammt nah dran.

Vieles was in GPL klappt geht auch im realen.
 
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User 988

Dann auch noch die Tatsache das zu der Zeit die Bremsem scheiße waren, auf die Lebensdauer des Autos geschaut werden musste usw.

Das höre ich immer wieder. Was genau soll denn an den Bremsen so scheiße gewesen sein? Dosierbarkeit? Die letztendliche Bremskraft?

Also ne Vollbremsung haben die damals auch hinbekommen, also kann die Bremskraft ja nicht so fürn Sack gewesen sein.
 
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User 1150

Das höre ich immer wieder. Was genau soll denn an den Bremsen so scheiße gewesen sein? Dosierbarkeit? Die letztendliche Bremskraft?
Nachlassende Bremsen über die Distanz, dazu noch Fading nach ein paar harten Bremsmanövern - sowas wird in GPL nicht simuliert. Noch schlimmer war das aber wohl bei den Tourenwagen aus der damaligen Zeit.
 
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User 403

Stell dir einfach ne olle Opelbremse von 92 nach der dritten Vollbremsung oder nach ner halben Runde NS vor. *glühglimmmm* :happy:
 
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