Gewährleistung und/oder Garantie bei Möbeln

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User 4652

Ich mache den thread hier nur auf um evtl. auch andere mal auf einen Sachverhalt aufmerksam zu machen der mir bislang nicht wirklich bewusst war. Ich habe vor 9 Monaten online einen Tisch bei Junado gekauft, ein Händler bei Kaufland.de

Garantie geben die meisten Händler nur 6 Monate, und dann gibt es noch die gesetzliche Gewährleistung die 24 Monate gilt. Nach 9 Monaten löst sich bei mir die Tischplatte in Ihre Einzelteile auf. Nach Rücksprache mit dem Händler ziehen die sich aus jeglicher Verantwortung. Da die Händlergarantie abgelaufen ist, ist nur noch die gesetzliche Gewährleistung die letzte Möglichkeit für Nachbesserung/Austausch oder Teil-/Erstattung.

Jetzt ist es aber anscheinend so das man da dann selber den Beweis für die Beschädigung aufbringen muss, das diese praktisch ein Produktmangel ist und nicht durch Unsachgemäße Behandlung entstanden ist. Dazu ist dann ein Gutachten nötig das man dann selbst oder über einen Anwalt seine Ansprüche geltend machen kann. In meinem Fall empfinde ich es absolute Frechheit vom Händler grundsätzlich alles abzulehnen, denn es ist eigentlich klar ersichtlich das sich die Tischplatte durch billige Herstellung bereits nach 9 Monaten in Ihre Einzelteile zerlegt (schlecht geleimt/bearbeitet). Das kann man natürlich nach Erhalt der Ware nicht optisch erkennen wie sich die Ware im Lauf der Zeit verändern wird.

Aber gut, man lernt halt nicht aus. In meinem Fall auch kein Schaden der jetzt all zu hoch ist. Worauf ich in Zukunft auf jeden Fall achten werde ist wie lange der Händler selbst Garantie gibt, und nach Möglichkeit nichts mehr im Internet zu bestellen, auch wenn der Tisch dort relativ günstig war. Im Nachhinein ist mir auch klar warum. Wenn man teurere Möbel kauft kann das dann recht schnell ärgerlich werden und man muss sich dann rumstreiten. In meinem Fall verzichte ich darauf, aber das war mir mal wieder eine Lehre. Ich Depp bin echt davon ausgegangen das das ja kein Problem sein kann wenn Möbel innerhalb von 2 Jahren auseinanderlassen/zerbrechen/ihre Funktion nicht mehr erfüllen oder was auch immer.

In diesem Sinn : Augen auf beim Möbelkauf
 
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User 11065

Das hat nichts nur mit Möbelkauf zu tun, nennt sich Beweistlastumkehr nach 6 Monaten bei Gewährleistung, daher ist es ein leichtes direkt 6 Monate Garantie zu geben, in der Gewährleistungshaftung sind sie ja eh schon. Seit dem 1.1.22 ist es aber auch so, das nun die Beweislastumkehr bei Gewährleistung bei 12 Monaten liegt und nicht mehr nur bei 6 Monaten.

Für Geräte und sonstiges mit längerer Garantie bezahlt man dann im Zweifel halt auch mehr am Endpreis, aber sind zwei ähnliche Geräte verfügbar, das eine mit 5 Jahren Garantie und das andere mit 10 Jahren, ist mir auch klar das 10 Jahre Garantiegerät lieber.

Mal ganz davon ab: Das ein Tisch von Juando als Händler bei Kaufland.de vielleicht nicht die allerhöchste Qualität hat und auch eher ein kurzes Leben haben könnte, sollte ja eigentlich auch auf der Hand liegen. Bei sowas wäre ich eher überrascht, wenn es besonders lange hält. Der Preis sagt da auch am Ende irgendwo was über die Qualität aus.

Hab mir auch dummerweise Billigknopfzellen aus der Grabbelbox im Baumarkt für meine Küchenwaage geholt, das Ende vom Lied war, das die ersten 2 aus der 6er Packung für 99 cent nach 3 mal benutzen leer waren. Die Varta Zellen vorher haben 1 Jahr durchgehalten (Ich wiege damit übrigens das Katzenfutter zweimal täglich ab).

Lehrgeld halt.
 
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User 4652

Ja schon richtig, aber das der sich (bzw. die Tischplatte) nach 9 Monaten in Einzelteile auflöst davon bin ich nicht ausgegangen.


Dann hab ich leider etwas zu früh gekauft :ROFLMAO:, aber gut das sich da was geändert hat zu Gunsten der Käufer wenn die Beweislastumkehr jetzt erst nach 12 Monaten greift.
 
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User 561

Wie User 11065 richtig geschildert hat, ist Dein Fall - unter rechtlichen Gesichtspunkten betrachtet - ganz normal.

Tritt innerhalb der ersten 6 Monate (jetzt: 12 Monate) ein Mangel auf, wird automatisch davon ausgegangen, dass er von Beginn an vorhanden war und der Hersteller muss Dir beweisen, dass Du die Sache unsachgemäß benutzt hast (was ihm kaum gelingen wird). Nach eben diesen 6 (12) Monaten dreht sich die Beweislast um und Du musst beweisen, dass der Schaden nicht an Deiner Benutzung, sondern an einem von Beginn an bestehenden Mangel liegt (was wiederum Dir kaum gelingen wird).

Grundsätzlich ist das auch richtig so, denn wenn die Sache tatsächlich von Beginn an mangelhaft war, sollte nach normalem Ermessen ein Schaden nicht erst nach längerer Zeit auftreten, sondern kurzfristig. Warum speziell ein Möbel 9 Monate lang hält und dann (nicht durch unsachgemäße Nutzung) spontan kaputt geht, ist ja auch nicht leicht nachzuvollziehen.

In jedem Fall ist so etwas ärgerlich, weil es der in der Beweislast stehenden Partei immer schwer fallen wird, der anderen zweifelsfrei die Schuld nachzuweisen. Am Ende gilt dann leider häufig der Spruch "wer billig kauft, kauft zweimal".
 
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User 11065

Zur Gewährleistung sei noch gesagt, das z.b. bei Autoteilen, die man sich so kauft, auch oft verlangt wird, das diese durch einen Fachbetrieb eingebaut werden. Baut man die selber ein und hat keine Rechnung, hat man auch in den ersten 6 Monaten oft und bei vielen Händlern keine Gewährleistung, weil die sich rausreden (können), das es nicht fachgerecht eingebaut wurde und daher das Teil kaputt gegangen ist. Gilt sicher auch in anderen Bereichen, bei Autoteilen weiß ich es recht gut, weil ich den Fall hier und da schon mal hatte und gehört habe auch von anderen.
 
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User 4652

Warum speziell ein Möbel 9 Monate lang hält und dann (nicht durch unsachgemäße Nutzung) spontan kaputt geht, ist ja auch nicht leicht nachzuvollziehen.
Hätte ich wie gesagt auch nicht gedacht. Spontan kaputtgeht kann man auch nicht sagen. Die einzelnen Platten sind verleimt und so wie es aussieht wurde das nicht Fachgerecht gemacht. Die Verbindungsstellen lösen sich und dadurch bildet sich ein Spalt der immer breiter wird. Und alles verzieht sich dadurch sehr stark, da es der Leim halt nicht mehr zusammen hält.

hänge nachher mal noch Bilder dran, damit man sieht was sich mit der Zeit seit 3-4 Wochen immer mehr und mehr löst. Ist zwar nicht so wichtig, aber dann bekommt man mal nen Eindruck.
 
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User 561

Ich kann mir das Schadensbild gut vorstellen. Ist halt sehr schwierig bei Echtholz, weil es arbeitet. Für diesen Schaden kann es verschiedene Ursachen geben, beginnend damit, dass das Holz vor Verarbeitung nicht voll durchgetrocknet war und endend damit, dass es bei Dir stark schwankender Luftfeuchtigkeit ausgesetzt sein könnte (z. B. als Küchentisch). Gerade in so einem Fall ist die Beweiserbringung halt kaum möglich.
 
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User 561

Bitter. Aber man sieht schon auch sehr deutlich, dass es die eine Planke ist, die sich seitlich verzieht. Das macht es recht offensichtlich, dass das ein Fertigungsfehler ist. Ist halt die Frage, ob man das mit vertretbarem finanziellen Aufwand nachweisen kann. Vermutlich nicht.
 
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User 4652

Nein, das ist viel zu teuer und steht in keinem Verhältnis zum Kaufpreis. Man bräuchte zuerst mal ein Gutachten und dann kommt noch der Anwalt dazu. Aber schon irgendwie traurig das man sowas nicht mehr guten Gewissens kaufen kann und dann so abgewatscht wird. Ich habe mich aber schon damit abgefunden, nächste Woche gehts auf shopping tour für nen neuen Tisch.
 
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User 11906

"Standartfehler" bei (nett formuliert) günstigen Massivholzplatten.
Holz wurde vor der Verarbeitung nicht richtig getrocknet,
durch die trockene Luft in der Wohnung (vor allem im Winter) trocknet das Holz nach und schwindet.
Das hält im Endeffekt keine Verleimung aus und reißt dann an der Fuge auf und wird krumm.

Ist jetzt nicht die erste Platte die ich so sehe, guter Freund hatte mal im Internet eine Tischplatte für knapp
unter 1k € gekauft, kam dann nach grob einem halben Jahr auch zu mir und frage ob ich das wieder "richten" kann :hammer:
(sah genauso aus wie auf den Bildern)

PS: Bin Schreiner :prost:
 
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User 4652

OK, also dann am besten nichts kaufen das so mit Längsplatten ausgeführt und verleimt ist. Danke für die Info (y)
Kann ma sowas überhaupt "richten", denke das wird auf günstigem Weg recht schwierig, oder?

Bei nem 1K Tisch oder darüber lohnt sichs ja vielleicht noch.
 
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User 18932

Oder du fragst mal deinen örtlichen Tischler/Schreiner nach einer Anfertigung. So wahnsinnig teuer sind die auch nicht.

Ich vermute mal, dass dein Tisch einfach von der Stange war, industriell gefertigt. Da achtet niemand so richtig auf die Holzqualität. Das Holz wird einfach ins Lager verfrachtet und ohne weitere Begutachtung nach einer festgelegten Zeit weiterverarbeitet.
 
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User 11906

User 4652

Wird dann deutlich teurer als eine neue Platte....(aus dem Handel)

Platte müsste an den Leimfugen aufgesägt werden,
für Innen auf ca. 8-9% Holzfeuchte getrocknet werden
(falls momentan nicht schon so weit getrockent),
die einzelnen getrockneten Bretter dann frisch Plangehobelt und
anschließend wieder verleimt werden. Dann die ganze Platte schleifen
und die Oberflächenbehandlung neu machen. (Lackiert oder geölt)
 
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User 4652

@ Lars :

Ja klar ist der von der Stange, ganz sicher keine individuelle Fertigung. Aber das ist das was man ja normalerweise im Möbelhaus bekommt. Gibt mit Sichherheit auch Einzelanfertigungen oder Sonderwünsche, aber die Regel ist das bei Möbelhändlern sicher nicht.
 
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User 4652

Das ist stark abhängig von der Größe, Holzqualität, der Kanten- und Oberflächenbearbeitung/Behandlung und der Stärke. Das kann riesige Unterschiede machen. Pauschal kann man da glaub keinen Preis nennen.

Hier mal nen Link für individuelle Anfertigungen, aber nur zum gucken, nix da bestellen :ROFLMAO: :

 
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User 11906

User 18932

Hat F.D. ja schon teilweise beantwortet, gibt auch genügend Schreiner die kein Massivholz mehr
auf Lager haben und dann entweder das Rohholz vom Händler beziehen (hier muss dann schon
auf die richtige Holzfeuchte geachtet werden) oder teils sogar nur fertig verleimte Platten kaufen
und diese dann auf Maß schneiden und die Oberfläche machen.

Preislich also alles Möglich, unser größter war meine ich um die 14k€......(geht aber sicherlich noch teurer)
 
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User 11065

Ja das ist echt bitter. Schade, das das nicht keilverzinkt ist, dann wäre das wohl so nicht passiert, aber vielleicht die ganze Platte in sich verzogen. Das ist tatsächlich ärgerlich und eindeutig ein Mangel der von anfangan da war. Naja, wie schon gesagt wurde, das zu beweisen steht auch leider in keinem Verhältnis, also echt ärgerlich.
 
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