Gedankenspiel: Kosten des Spiele-PCs vs. Heizkosten

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User 561

Hallo Zusammen,

ich hatte gestern ein Langstreckenrennen. Mit Training, Quali und schließlich dem 3-Stunden-Rennen, rödelte der PC knapp 5 Stunden unter annähernd Volllast vor sich hin. Zwischendurch habe ich das Arbeitszimmer verlassen und als ich wieder reingekommen bin, habe ich festgestellt, dass es dort einige wenige Grad mehr hatte, als im Rest der Wohnung. Der Heizkörper wiederum war eiskalt. Die Raumtemperatur war hoch genug, der Thermostat war geschlossen Sprich: der PC hat den Raum im Alleingang geheizt. Nun stelle ich mir folgende Frage, die jemand mit etwas mehr physikalischem Verständnis als ich sicherlich beantworten kann:

Kann man die anfallenden zusätzlichen Kosten des PCs überhaupt simpel in Stromverbrauch (kWh) * Strompreis (€/kWh) rechnen?
Ist es nicht eher so, dass der PC eine durchaus nennenswerte Heizleistung beisteuert, die die Heizungsrechnung (zumindest in der Heizperiode) entsprechend entlastet?
Ja, natürlich ist das kein Nullsummenspiel, denn eine kWh Heizung bei den meisten Energieträgern kostet deutlich weniger, als eine kWh Strom. Aber trotzdem gibt es hier doch eine ordentliche Wechselwirkung, oder nicht?

Hat sich damit schonmal jemand beschäftigt?
 
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User 2446

Mit Zahlen kann ich nicht dienen, aber bei mir ist es tatsächlich so, dass ich jenes Zimmer, in dem das Rig steht - zugleich Arbeitszimmer daheim - eigentlich nie heize. Im Gegenteil. Es ist sogar das Fenster gekippt, während ich ein Rennen fahre und wenn ich es anschließend zumache, ist der Raum warm.

In anderen Zimmern würde es vermutlich nicht so gut funktionieren. Wenn mehr Wände nach außen gehen, reicht dieses unregelmäßige "heizen" eher nicht. Aber der Heizkörper in diesem einen Raum ist ziemlich überflüssig.
 
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User 31836

Ihr dürft auch nicht vergessen, welche Energie ihr selbst während eines Rennes so in den Raum abgebt...
The human body generates more bio-electricity than a 120-volt battery and over 25,000 B.T.U.'s of body heat.
-The Matrix
Aber im Ernst, ich habe sogar im Winter einen Ventilator direkt auf mich gerichtet und bekomme selbst im mäßig isoliertern Dach +2°C pro Session locker in den Raum. Nach dem Rennen ist es also immer etwas gemütlicher, ohne die Heizung extra hoch zu stellen.
 
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User 561

Die Erfahrung haben wir sicher alle in ähnlicher Weise gemacht. Ich frage mich aber, was das in Zahlen bedeutet. Es ist durchaus möglich, dass das keine große Rolle spielt, aber mein Bauchgefühl sagt mir eher, dass das schon zählbar ist.
 
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User 17592

Die vom Rechner aufgenommene elektrische Energie wird zum allergrößtem Teil als Abwärme wieder abgegeben - wo soll sie auch sonst hin? (bischen Schallenergie am Lüfter, manche Komponenten geben Energie nicht so schnell ab, wie sie diese aufnehmen)
Ich weiß jetzt nicht genau, wieviel ein PC im Rennbetrieb aufnimmt, aber es sind vermutlich so zw. 150 bis 200 Watt - ich habe es mangels Neugier noch nicht gemessen. Nehmen wir an, wir hätten 170 Watt, also 0,17 kW, dann könntest Du einen 20 qm große Raum in einer Stunde um 10 Grad aufheizen.
 
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User 27304

Du müsstest ausrechnen wie viel kwh thermisch du ca. für die beheizung vom Raum/h brauchst (dazu bräuchtest du u.a. die größe vom Raum die, Dämmwerte der Wände, Decke, Boden, dann die außen Temperatur und co.), oder falls möglich das irgendwie messen.

Ich vermute aber mal, das ein Raum den man dann für eine gewisse Zeit durch den PC heizt keinen allzu großen Unterschied macht im verlgeich zu den sonstigen Heizkosten. Grundsätzlich bleibt aber zu sagen, dass das nutzen des Computers als Heizung nicht empfehlenswert ist, sofern der nicht eh gebraucht wird :D . Grob kostet das heizen Elektrisch 4x mehr €/h variabel (wobei das in zukunft durch höhere co2 bepreisung und co. anders sein könnte) mit einer elektrischen Heizradiator.

Weitere Punkt: Durch die ordentlich Wärmeabgabe kann man ganz gut erkennen wie inneffizient so ein PC ist, speziell die letzten Prozent mehr an Leistung :D
 
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User 19015

Wenn dein PC nicht gerade 24/7 Bitcoins schürft und du in einer kleinen Einraumwohnung lebst hält sich der Effekt wohl in Grenzen. Die vielleicht 1-2 KwH pro Tag fallen da wohl nicht wikrlich ins Gewicht. Eine Ersparnis ist es aber nichtsdestotrotz, vielleicht gibts da em Ende 20-30% "zurück", je nach normaler Heizart. Das gleiche gilt im Winter aber auch für so ziemlich alles andere an Elektronik. Viel interessanter finde ich die Situation im Sommer wenn man um jedes Grad in die andere Richtung kämpft.

Nehmen wir an, wir hätten 170 Watt, also 0,17 kW, dann könntest Du einen 20 qm große Raum in einer Stunde um 10 Grad aufheizen.
Ich befürchte du hast dich da etwas verrechnet (zu wenig Faktoren mit einbezogen).
 
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User 18932

Den Effekt nutze ich bei mir gezielt aus. Bei mir sind es vor allem die Bildschirme, die hohe Mengen Wärme abstrahlen. Ich heize schon seit Jahren nicht mehr.

Wir haben erst letztes Jahr den Anbieter gewechselt auf Veedelsenergie (Da wird der Strom vor Ort in Blockheizkraftwerken und Solarenergie produziert) gewechselt und ich kann leider noch keine aktuellen Zahlen liefern.

Ich halte das tatsächlich im Auge, sobald ich was habe, melde ich mich gerne nochmal.
 
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User 17592

Wenn dein PC nicht gerade 24/7 Bitcoins schürft und du in einer kleinen Einraumwohnung lebst hält sich der Effekt wohl in Grenzen. Die vielleicht 1-2 KwH pro Tag fallen da wohl nicht wikrlich ins Gewicht. Eine Ersparnis ist es aber nichtsdestotrotz, vielleicht gibts da em Ende 20-30% "zurück", je nach normaler Heizart.


Ich befürchte du hast dich da etwas verrechnet.
Du hast recht, es wären 10,2 K bei einem ideal isolierten Raum.
 
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User 2067

Durchaus interessant und ich hab mich das auch schon gefragt. Allerdings kann ich mit meiner 3090 gleich die Nebenräume mitheizen. Den Stromverbrauch messe ich daher absichtlich nicht

Bei meiner Aquaero Steuerung der Wäku kann ich mir anzeigen lassen, wie hoch die Kühlleistung in Watt ist. Ich kann mir auch den Verbrauch des NT anzeigen lassen. Somit hätte ich die Kosten und den "Wärmegewinn".

Gesendet von meinem SM-G996B mit Tapatalk
 
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User 948

Ich gehöre ja zum Kreis der Bekloppten und rechne für Boinc.

Es laufen also immer 2 Rechner bei mir 24/7 und die nutze ich tatsächlich zum heizen meiner Männerbude.

Das sind ca. 10m² Fläche wo die FB komplett aus sind.

Bei den jetzigen Temperaturen komme ich auf 26 Grad wenn Fenster zu ist und 22 Grad wenn das Fenster offen ist.

Ändert sich natürlich wenn es windig ist.

Werfe ich dazu dann noch den Gamingrechner an wird es richtig kuschelig, da komme ich locker auf 29 Grad.

Das nun umzurechnen erspare ich mir lieber ;-) sonst müsste ich :cry:
 
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User 2446

Mehr spielen, Sönke, dann kannst es mit den Kosten einer eigenen Sauna gegenrechnen und die Zahlen schauen wieder schöner aus. :D
 
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User 561

Man kann ja, soweit ich das verstanden habe, zumindest unter Volllast die TDP heranziehen und beim Netzteil hilft näherungsweise der Wirkungsgrad.

Bei meinem Gesamtsystem (Rechner, Monitor, Lautsprecher, Wheelbase, etc.) liegen unter Vollast in iRacing lt. Messgerät in etwa 500W Eingangsleistung an. Der Rechner nimmt sich davon gut 430W. Bei einem Wirkungsgrad von etwa 83% beim Netzteil gehen 17% = 73W schon mal "in Rauch auf" (Wärme).
Meine 1080Ti hat lt. Specs unter Vollast eine TDP von ~250W und sie läuft in der Praxis unter Vollast, sogar übertaktet. Sprich: 250W als konservativer Schätzwert ist nicht zu hoch gegriffen.
Die CPU hat eine TDP von 95W, aber die läuft ja nicht auf allen Kernen ausgelastet, also kann ich davon nur einen Teil heranziehen.

Wenn man die obigen 323W von Netzteil und GraKa heranzieht und dann für CPU, Mainboard etc. auf 400W aufrundet, dürfte das aber durchaus in einem realistischen Rahmen liegen. Nichts exakt, ja, aber ungefähr. 400W der 430W, die sich der Rechner insgesamt nimmt, gehen also im Wärme auf. Interessant.

Hinzu kommen noch die Geräte, die ich jetzt nicht genauer bestimmen kann, wie Monitor, Boxen und deren Netzteil, Wheelbase etc. Gerade die Wheelbase wird, bei mir mit 25Nm betrieben, auch ordentlich nehmen. Aber selbst, wenn man die Verbraucher alle ausklammert, weil sie nicht zuverlässig zu berechnen sind - 0,4kW Abwärme ist jetzt schon nicht wenig.

Es entstehen also Kosten von ~15ct./Std. für den Strom (500W Eingangsleistung).
Ich spare ~4ct./Std. an Heizung. (400W Abwärme)
Bleiben netto ~11ct./Std. für den Betrieb des Rechners.

Das sind alles kleine Zahlen, aber in Prozenten ist das schon interessant. 11 ct. statt 15 ct. ist ein nennenswerter Unterschied. Das sind halt nur 73% von dem, was man eigentlich für die Kosten des Rechners veranschlagen würde.

Wichtig? Nein. Interessant. Auf jeden Fall.
 
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User 27304

Du hast also eine Art RWK :D (Rechner-Wärme-Kopplung).

Die Rechnung hängt eben stark davon ab wie du heizt, würde mal entnehmen das es 10ct/kwh thermisch bei dir sind ? Ist es Fernwärme ? Bei einer Wärmepumpe Heizung wären die Heizkosten dann nämlich deutlich geringer und die "ersparnis" eben auch. Hinzu kommt dann noch das es ca. für die hälfte des Jahres keinen Vorteil bringt und sicher nicht wenig Leute gibt die im Sommer einen Lüfter laufen haben beim Rennspielen oder sogar ne Klimaanlage.

Anders könnte man das auch mal so rechnen, für jede kwh thermisch die man über strom erzeugt zahlt man ca. 31 Cent (2020 durschnittspreis). Wenn man das Vergleicht mit den Heizkosten würde man evtl. den PC öfters mal aus machen :P
 
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User 561

Deine 2080Ti hat eine nochmal höhere TDP von 260W. Du sitzt also im gleichen Boot. :P

Aber jetzt mal die Frage an jemanden, der wirklich Ahnung von Physik hat: ich habe ja keinerlei Energiespeicher. Wenn ich also eine Eingangsleistung von 600+ Watt habe, wird die am Ende nicht vollständig in Wärme, Licht und Schall umgewandelt? Sprich: ist meine Rechnung mit den ~400W nicht eigentlich Unsinn und kann man nicht sogar davon ausgehen, dass am Ende fast alles an Energie in Wärmeenergie umgewandelt wird?
 
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