fliegen wird immer unsicherer

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User 3018

Hab vorhin grad eine Doku über den Absturz einer MD-83 der Alaska Airlines gesehen, echt krass wie die Piloten zwei stunden mit dem Flieger gekämpft haben um dann frontal aufs meer aufzuschlagen.

Aufgrund eines abweichsens bei der konstruktion der MD-83 von der allgemeinen konstruktionsphilosophie die bei airlinern gilt (das versagen eines bauteils darf niemals zum absturz führen) und mangelnder wartung ist der flieger abgeschmiert.

Die schwachstelle der MD-83 ist die schraubwinde der höhenrundertrimmung, versagt diese schnellt das trimmruder nach oben was dazu führt das der flieger die nase nach unten drück und der pilot keine chance mehr hat die kontrolle über den flieger zurückzuerhalten.

Die Piloten haben zwei stunden mit der verklemmten höhenrudertrimmung gekämpft, kurz vor der notlandung haben die Piloten darum gebeten über dem meer zu versuchen das verklemmte ruder wieder frei zu bekommen um bei einem Absturz keine menschenleben am boden zu gefährden. Bei dem versuch das ruder freizubekommen ist die endmutter die sich aufgrund mangelnder wartung festgefressen hat und nicht für diese starken belastungen ausgelegt ist, abgerissen und der flieger ist sofort in einem sturzflug übergegangen und völlig ausser kontrolle aufs meer aufgeschlagen.

Bei alaska airlines wurden die wartungsintervalle der schraubwinde an der MD-83 von 600 auf 2500 flugstuden erhöht!!
Obwohl die schraubwinde der unglücks MD-83 bei einer vorausgegangen wartung bemängelt wurde haben sie den flieger als "OK" starten lassen. Ein warungsmitarbeiter hatte in dem wartungsbericht ein austauschen der schraubwinde empfohlen, als seine schicht zuende war hat der nachfolgende mitarbeiter einfach seine empfehlung durchgestrichen und der flieger durfte starten.

Der mitarbeiter der den austausch der schraubwinde empfohlen hatte, hat später dann der FAA ein tipp gegeben nachdem dann wartungsunterlagen beschlagnahmt wurden, allerdings zog die US-Luftfahrtbehörde FAA keines der betroffenen Flugzeuge aus dem Verkehr. Keine Airline musste eine Strafe zahlen. Bis heute wurde die konstruktion der Schraubwinde der höhenrudertrimmung an der MD-83 nicht nachgebessert.

Hier noch ein sehr interessanter Link zu der ganzen sache:
USA: Ein schockierender Befund - Ausland - FOCUS Online

Ich finds echt krass wie die wartungen bei den airlines vernachlässigt werden, aber was will man erwarten bei dem harten konkurrenzkampf und flügen die es schon ab 19€ gibt. :rolleyes:
Da kann man nur hoffen das dies so nicht eintritt:

"Beängstigend klingt eine Studie des US-Kongresses: wenn die Zahl der Flüge weltweit wie bisher steige, dann sei im Jahr 2010 „alle sieben bis zehn Tage ein Flugzeugunglück möglich“.
 
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User 214

"Beängstigend klingt eine Studie des US-Kongresses: wenn die Zahl der Flüge weltweit wie bisher steige, dann sei im Jahr 2010 „alle sieben bis zehn Tage ein Flugzeugunglück möglich“.
Ich wusste garnicht, dass es Heute schon Tage gibt an denen Flugzeugunglücke nicht möglich sind.
Sind wir ja doch schon weiter als ich dachte :gruebel:
 
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User 2275

Da kann man nur hoffen das dies so nicht eintritt:

"Beängstigend klingt eine Studie des US-Kongresses: wenn die Zahl der Flüge weltweit wie bisher steige, dann sei im Jahr 2010 „alle sieben bis zehn Tage ein Flugzeugunglück möglich“.
das bedeutet aber doch nicht, dass fliegen unsicherer wird. wenn man die aufgeführten zahlen in relation zu den flugbewegungen setzt, ist deren anteil außerdem verschwindend gering, da ist der anteil von schrottreifen autos auf den straßen garantiert weit, weit höher.

beispiel zur verdeutlichung:
wenn es im jahr 100 flüge gibt und bei 30 davon ein flieger abstürzt, ist fliegen deutlich unsicherer als wenn es 100.000 flüge gibt und davon 60 abstürzen. (mir ist bewusst, dass dieses beispiel unrealistisch ist ;))
 
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User 657

Daniel, mach dir ma nich in die Hose. Ich sehe das eher so: Früher, wenn ein Flugzeug abgestürzt ist, ja, dann ist es halt abgestürzt. Heute kommt die Schweinerei, warum es abgestürzt ist, ans Tageslicht. Ändert sich aber für die Passagiere nix, oder?
 
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User 2992

Daniel, mach dir ma nich in die Hose. Ich sehe das eher so: Früher, wenn ein Flugzeug abgestürzt ist, ja, dann ist es halt abgestürzt. Heute kommt die Schweinerei, warum es abgestürzt ist, ans Tageslicht. Ändert sich aber für die Passagiere nix, oder?

Nö, so ist das eigentlich nicht. Im Grunde gab es immer Konstruktionsbedingte abstürze, z.B. gabs mal ne Boing mit nach aussen öffnender Ladeluke, an der die Riegel unter dimensioniert waren und auch die Verschlusselektronik nicht so funktionierte. Der Einbau von stärkeren Riegeln hätte nur 2500 Dollar Material pro Maschine gekostet, aber sie wäre halt 10-12 Stunden ausser gefecht gewäsen. Da liegt der Hund begraben. Jede Stunde am Boden kostet die Airlines zu viel (nach deren Meinung).

So lange die nicht wirklich zur Reparatur verdonnert werden passiert da auch nur möglichst wenig. Mit steigendem Preisdruch wird es immer unsicherer werden. Garantiert.
 
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User

Man möge noch hinzufügen, dass
- diese Sache bereits 8 Jahre her ist
- Statistics zeigt, dass in absoluten Zahlen das Fliegen früher WESENTLICH gefährlicher war, in relativen Zahlen (wenn man also die gewltig gestiegene Anzahl der Flüge miteinrechnet) sowieso.

Nebenbei gibt es schlimmeres, als bei einem Flugzeugunglück unzukommen.
 
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User 3018

@ Daniel wo kam der Bericht?

Die Doku kam auf N24, "mayday - alarm im cockpit" oder so. Da kommen öfter mal so berichte über verschiedene flugzeugunglücke.

Und ich mach mir nicht wirklich sorgen ob das fliegen unsicherer wird, da ich eh kaum fliege (in 10 jahren vielleicht 3-4 mal).

Ich finds nur traurig das Airlines in kauf nehmen das menschen sterben nur um kosten bei der wartung zu sparen, klar der wettbewerb ist hart mit den dumpingpreisen und immer weiter steigenden ölpreisen.
Aber das traurigste ist eben das die dafür nichtmal bestraft werden, für mich is sowas fahrlässige tötung wenn bewusst nötige wartungsintervalle verlängert werden oder defekte teile nicht ausgetauscht.
Solchen Firmen sollte normal sofort die lizenz entzogen werden oder saftige strafen hageln.
Und mit weiter steigenden Energiekosten wird sich das denk ich immer mehr zuspitzen, da wird hier mal was eingespart, dort was eingespart und schon schmiert der nächste flieger ab weil ein paar tausend dollar eingespart werden konten.
 
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User 403

Ist doch in der Autoindustrie nicht anders. Da wird die Karre auf den Markt geworfen und der Kunde wird zum Betatester gemacht. Fliegen ein paar ab wie beim TT wird nachgebessert.
 
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User 684

Nebenbei gibt es schlimmeres, als bei einem Flugzeugunglück unzukommen.

Na ja, ganz so fatalistisch betrachte ich meine eigene Existenz nicht. Ich fänd es schon schlimm, ums Leben zu kommen... ;)

und Daniels Anmerkung bzgl. des Sparens auf Kosten der Sicherheit ist grundsätzlich richtig. Dies betrifft so weit das im Moment bekannt ist weniger deutsche bzw. europäische Airlines, als v.a. die Amerikaner, die mit genau dem Problem in letzter Zeit mehrfach Schlagzeilen gemacht haben. Vor wenigen Wochen erst wurde, ich glaube American Airlines waren es, in den USA landesweit die Slots gesperrt, da sie ihren Wartungsverpflichtungen nicht nachgekommen sind.

ob eine Behörde in D den Mumm hätte bei einer LH entsprechend zu handeln?
 
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User 331

Da stirbt man eher im Auto. ;)
Ich finde es gut, daß die Prüfkommission mehr Geld erhält um weitere Prüfer einzustellen um die "unmöglichen" Airlines ferzuhalten.
 
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