DTM DTM Saison 2021

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User 16150

Ich war am Wochenende endlich mal wieder live an der Rennstrecke. Der Norisring ist und bleibt eine große Liebe von mir. Natürlich ist es fahrerisch nicht die anspruchsvollste Strecke, aber man sieht, wenn man die richtigen Plätze hat einfach sehr sehr viel des Gesamtgeschehens und dadurch das die Fahrzeuge auch nie weit weg von einem sind ist die Geräuschkullisse immer der Hammer.

Zum Saisonfinale wurde eigentlich schon alles gesagt. Das war von KvL einfach schwach. Lawson tut mir in der Situation einfach leid denn eigentlich hat er nichts falsch gemacht. Genauso wenig kann man Götz einen Vorwurf machen das ihn die Markenkollegen vorbei lassen, auch das habe ich vor ein paar Jahren schon viel früher in der Saison extremer in der DTM gesehen - von jedem Hersteller. Wenn man ehrlich ist hatte er mit den 25kg vom Vortag zusätzlich an Bord keine Chance das Rennen aus eigener Kraft zu gewinnen. Das gehört für mich einfach dazu und ich hätte es an Auers stelle auch getan. Damit bröckelt natürlich die Mär vom Kundensport, dass hinter allen Mercedes Teams z.B. die HWA zentral steht ist denke ich hinlänglich bekannt. Am Ende ist es ein Werkseinsatz mit freundlicher Tarnung als sogenannte "Werksunterstützung". Gestern war Mercedes in dieser Hinsicht die "bösen", nächstes Jahr ist es jemand anderes. Ich sehe das nicht tragisch sondern hoffe das evtl. der Einsatz mancher Fahrzeuge noch etwas größer wird. 4 Porsche, 2 weitere Ferraris, 2 Lambos, 4 Astons und/oder 4 McLaren würden der DTM zusätzlich noch gut stehen. Nächstes Jahr kommt mit Rast ein potentieller Titelanwärter mit einer der stärksten GT3-Fahrer der Welt. Vielleicht ist der M4 GT3, obwohl konzeptionell genau das selbe wie der M6 nur "neuer", ja nicht ganz so ne Krücke mit stärken auf vereinzelten Strecken. AVL wird sicher weiter an der BoP arbeiten und das wird alles noch enger zusammenrücken. Die BoP hat bis auf einzelne Ausnahmen im großen und ganzen sehr gut funktioniert - evtl. war der Ferrari im Schnitt am stärksten, der BMW definitiv am schwächsten über die Saison. Das mit den Boxenstops gehört geregelt, wenn 2 Hersteller da konzeptionell einen Vorteil haben gehört das entweder in die BoP einbezogen oder man muss ein einheitliches Vorgehen beim Stop über die Regeln forcieren aber das man "einfach so" ne Sekunde gewinnt geht einfach nicht. Die GT-Debütsaison der DTM war alles in allem sehr gut, hoffentlich wächst daraus etwas das bleibt.

Zum Event am Norisring selbst. Man merkt, dass die DTM deutlich kleiner geworden ist. Keine großen Audi/Mercedes/BMW Hospitality mehr. Tatsächlich hatte Schaeffler den größten Stand. Selbst der Pitaufbau war kleiner als sonst am Norisring. Mir fehlt der Porsche Cup und die Formel 3 im Rahmenprogramm der DTM. Gerade die beiden haben am Norisring immer beeindruckende Rennen geliefert. Der Pandemie geschuldet waren auch die Rahmenserien sehr dünn besetzt. 16 GT4 in der DTM-Trophy und ebenso viele im M2 Cup... Das ist einfach zu wenig! Sehr, sehr (, sehr) gefreut habe ich mich indes über die Tourenwagen-Legends. Der Alfa mit seinem V6 hat (mal wieder) einen Sound vermittelt den man inzwischen viel zu selten auf den Rennstrecken hört. Christian Danner gewinnt in einer 94er C-Klasse ein Rennen - ich glaube jetzt habe ich alles gesehen. Auch das BMW-Langstrecken-Legends showfahren mit meinem geliebten Zetti, McLaren F1 GTR, 3.0 CSL, M1 Procar waren sehenswert und vor allem auch Wert gehört zu werden.
 
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User 15324

Mal aus Interesse gefragt: Warum soll die DTM besser sein? Ich bin da jetzt nicht so tief in der Materie, aber irgendwie hast du in der DTM starke Fahrer, GT World wiederum auch sehr starke Fahrer. Ich finde beispielsweise die Strecken der GT World einfach deutlich interessanter, als in der DTM.

Das liegt zu einem großen Teil daran das es in der DTM nur einen Fahrer pro Fahrzeug gibt. In der GTWC oder dem GT Masters teilen sich 2 Fahrer ein Fahrzeug. Im Normalfall sollen auf einem Fahrzeug ein Profi und ein Amateur sitzen, was aber definitiv nicht immer der Fall ist. Daher nehmen sich viele Fahrzeuge nach dem Fahrerwechsel schon automatisch aus dem Rennen, da die Performance stark einbricht. Während auf anderen Fahrzeugen 2 Profis sitzen die dann entsprechend performen können. So reduzieren sich die möglichen Titelanwärter schon von vornherein sehr stark. Hinzu kommt noch das ein Setup nie für beide Fahrer passend sein muss. Beide Umstände führten dazu das die Rennen in der DTM enger sind und es mehr Spannung gibt.

Der Performance Gedanke bei den Boxenstopps in der DTM steigern den Spannungsbogen zusätzlich, da selbst technische Vorteile manchmal nicht verhinderten das die angeblich benachteiligten Teams dennoch schnellere Wechsel zu Tage brachten.

Es sind viele Kleinigkeiten die die DTM für mich zu einem besseren und spannenderen Erlebnis machen.
 
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User 25551

Tja, eigentlich hatte mir die Saison bzw. die DTM an sich seit langem mal wieder Spass gemacht, aber dieses "Finale" hatte mit Motorsport nicht viel zu tun, wie so oft in der Vergangenheit, der vergehts einem einfach....
 
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User 22827

Ich war auch positiv überrascht, wie sich die GT3 in einer Einzelmeisterschaft als tauglich gezeigt haben. Leider aber steht sich die DTM ein wenig selbst im Weg. Ob es die massenhaften 5 Sekunden Strafen für die lächerlichen Pitstop-Regeln sind (wie bereits erwähnt) oder eine Rennleitung der Marke Würfelbecher. Gerade was KVL und LAW in Hockenheim und an der Noris angeht, konnte ich keine klare Linie erkennen.
Genauso ärgerlich - und im Nachhinein beinahe eine Vorentscheidung in der Meisterschaft - war das unnötige oder zumindest übereilte SC in Assen. Wieso man die Slow Zones abgeschafft hat, erschließt sich mir nicht. Das wäre für diesen Fall ideal gewesen - und bei 15 Autos auf 4,5km hätte man auch schnell hinlaufen können. Sicher ging von dem Poller mit Metallplatte eine gewisse Gefahr aus, aber in den Saisons zuvor hätte man die perfekte Lösung dafür gehabt.

Einen großen Vorteil hat die DTM gegenüber dem GT Masters - trotz Hartz IV-TV weiterhin ein werbefreier Stream auf youtube. Zwar auf Englisch, aber mich stört das nicht. Das hatte das GT Masters bis zum RTL-Vertrag auch. Wegen Fußball habe ich jetzt den 5€ Premium Account bei TVnow, die Bildqualität ist zwar besser, aber auch mit Premium weiterhin Werbung in den Streams.
Zuschauerfreundlicher vor Ort wird wohl das GT Masters sein mit Pitwalk und Gridwalk und auch von den Preisen her. Die Siegerehrung bei der DTM scheint auch nur sehr schlecht einsehbar zu sein in der Boxengasse statt auf dem normalen Podium.

Aber noch sind beide Serien trotz COVID-19 zu gesund und können bzw. müssen nebeneinander existieren. Immerhin laufen knapp 50 GT3-Autos den beiden nationalen Serien. Davon kann z.B. England mit knapp 10 Autos oder Frankreich, die nur noch GT4 haben, nur träumen.
 
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User 11645

Mir hat die Saison insgesamt ganz gut gefallen, was mir aber schon des öftern im Magen gelegen ist, auch schon Jahre davor, ist das ABT Team. Für mich immer schon eines der unfairsten Teams, und spielen immer die Unschuldslämmer. An sich war mir das Ergebnis egal aber bei der KvL Aktion ist mir Übel geworden. Sowas macht man nicht. Und die Mercedes Rochade liegt mir auch noch im Magen. Aber das geht ja noch, hätte jede Marke gemach….

Hoffentlich wird’s 2022 Fairer…
 
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User 27719

Für mich hat dieses Finale den fahlen Beigeschmack der "Markenorder" in einer ansonsten wirklich geilen Saison, die man so nicht erwartet hätte. Über van der Linde braucht man nicht mehr viel sagen. Dass ein Mann mit seiner Erfahrung solche "Fehler" nicht 2 mal hintereinander begeht - beim zweiten Rennen sogar noch optimistischer als beim ersten - sollte jedem klar sein. Ironischerweise hat Lawson der Crash zwar das Rennen, die gerechte Strafe gegen KVL aber erst den Titel gekostet - denn ich bin ziemlich sicher, dass Götz ohne KVLs Strafe nicht an ihm vorbeigekommen wäre. Und mit einem Puffer zwischen den Mercedes wäre der Platztausch nicht möglich gewesen...

Viel Pech an einem einzelnen Tag. Das Verhalten von Götz hat mir ehrlich gesagt nicht getaugt. Ich bin als Österreicher was Lucas Auer angeht vielleicht ein bisschen parteiisch, aber ich an Götz Stelle hätte ihm am Podium die Siegertrophäe in die Hand gedrückt - einfach als Zeichen der Wertschätzung. Immerhin wurde er nur Meister, weil Auer ihn vorbeigewunken hat, hätte der nicht mitgespielt wäre die Meisterfeier ausgefallen. Wie begeistert Auer war, konnte man am Podium ja sehen...
 
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User 2446

Lawson wird nächste Saison nicht mehr in der DTM antreten. Die volle Konzentration gilt der Formel 2 und er wird Freitags-Einsätze in der F1 bekommen.
Die Richtung ist also klar vorgegeben. Die Punkte für die Superlizenz hätte er scheinbar auch schon beisammen.

Ein naheliegender Schritt, wie ich finde. Ich glaube nicht, dass ihn die DTM in Hinsicht auf Formel-Fahrzeuge weiterbringen kann und seine Anpassungs- und Lernfähigkeit hat er bewiesen. Dass es mit dem Titel nicht geklappt hat ist ein Schönheitsfehler, den man eben auch auf Unerfahrenheit zurückführen kann. Und wenn auch der Vergleich in GT3-Autos recht wenig Aussagekraft hat, so muss man ihn doch beinahe in der F1 testen, nachdem er Albon so klar im Griff hatte.

Schade für die DTM, genau richtig für Lawson.
Und um noch einen kleinen Seitenhieb los zu werden - so schaut das aus, wenn ein Nachwuchstalent mit Ziel F1 in einer solchen Serie antritt und überzeugende Leistungen bringt. Andere, mit demselben Ziel, reden mehr und zeigen weniger, aber ihnen bleibt ja der Glaube an sich selbst. ;)
 
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User 2446

Pssst, nicht das böse Wort sagen. Das lockt Hater und weiße Ritter an!

Es gibt aber auch noch andere. Auer ist auch so einer, der noch teils in die F1 geträumt wird (betrifft nicht mal zwingend ihn selbst), aber nach manchem Umweg halt doch nicht mehr realistisch dafür in Frage kommt. Er hat aber schon gezeigt, dass er dort, wo er ist, ein großer Name werden kann. Da klaffen also Anspruch und Wirklichkeit nicht so auseinander.
 
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User 16150

Und ich dachte er meint den Auer :P

Edit: Zu lange nicht auf abschicken gedrückt - da erwähnt er ihn selbst. Ein Schelm der Bernd :D
 
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User 8730

Mir war langweilig und hab mal Alonso die "Fehltritte" von KVL am Norisring kommentieren lassen ;-)

 
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User 21781

Diese neue DTM gefällt mir insgesamt schon ziemlich gut. Gab dieses Jahr gut Action auf der Strecke und als Zuschauer wurde ich dabei auch meistens sehr gut unterhalten. Die Titelentscheidung war dagegen sehr ärgerlich und das war wieder so ein typisches DTM Manöver. Das der eigene Teamkollege einen beim Kampf um die WM vorbei lässt, ist ja noch OK und einfach normal aber doch kein Markenkollege. So etwas finde ich richtig zum Kotzen und das hat mich auch schon bei der alten DTM total gestört :rolleyes2:

Bin mal gespannt was Frau Flörsch jetzt macht. Immerhin nur 1 Punkt hinterm Glock in der WM :LOL: Sofern ihr Traum von der F1 noch immer lebt, muss sie eigentlich zwingend wieder in eine Formel Serie wechseln. Nicht das ich glaube, dass sie irgendwann wirklich das Zeug für die F1 hätte. Die DTM ist ja eigentlich ziemlich ideal für sie. Als junge Frau ist sie recht Werbewirksam, ist jetzt auch kein fahrendes Hindernis und hat durchaus Potenzial für Verbesserung. Würde sie im nächsten Jahr zwar auch eher im hinteren Feld sehen, aber hier und da ist sicher mal ne Überraschung drin. Anfang der Saison hat Frau Hawkey jedenfalls meiner Meinung nach den deutlich besseren Job gemacht. Zum Ende hin ging es dann aber bei Frau Flörsch doch schon deutlich besser.

Ab nächster Saison läuft die DTM dann auf Pro7. Solange es weiterhin einen Werbefreien Stream gibt, soll es mir egal sein :sneaky:

 
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User 151

Immerhin hat sich van der Linde jetzt entschuldigt. Bringt zwar keinem richtig was, aber wenigstens eine vernünftige Geste.
 
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User 11940

naja was soll er auch machen, dem ist auch bewusst, dass die Aktion Mist war.
Rückgängig machen kann er es halt nicht.
 
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User 15324

Berger selbst geht gerade auch etwas steil, mal sehen welche handhabe Er hat um sich dem entgegen zu stellen. Seine Worte Richtung AMG, Kelvin van der Linde und der eigenen Rennleitung waren recht deutlich.

Jetzt muss man aber zunächst abwarten inwieweit sich das Feld zum nächsten Jahr vergrößert und ob die Markenvielfalt erhalten bleibt und ausgebaut werden kann.
 
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User 15984

Ich will ja keine bösen Geister heraufbeschwören, aber bei der Entwicklung und dem ganzen Rumgepeste (Berger darf das so nie nach außen tragen meiner Ansicht nach) ist die DTM nachher um zwei Marken ärmer wenn es blöd läuft. RB ist ja grad beleidigt und will das Engagement überprüfen und wenn jetzt die Sterne noch zu doll auf den Deckel kriegen, finden die Teams bestimmt auch noch andere tolle Einsatzfelder für ihre Taxen.

Bin mal auf das Frühjahr gespannt.
 
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User 2446

Was soll denn der Berger machen? Red Bull wird genau dann beleidigt sein, wenn er NICHT öffentlich klar Stellung bezieht.
Alle anderen Marken werden entweder Druck ausüben, damit das von Mercedes praktizierte Modell sofort abgestellt wird, oder sie bereiten sich schon darauf vor, dasselbe zu machen. Dann bleiben auch wieder nur die übrig, die damit schon zu früheren Zeiten in der DTM gut leben konnten.

Eigentlich muss er doch zumindest Mercedes eines Schuss vor den Bug geben, versuchen, Red Bull zu besänftigen und auf das Interesse von Marken setzen, die noch nicht oder nur vereinzelt dabei waren (McLaren, Aston Martin, Porsche,...). Bekommt er die, kann er Mercedes ersetzen. Lassen die sich abschrecken, weil Mercedes halt doch wie ein Werk mit vielen zusammengehörigen Autos auftritt und das durchgeht, ist er wieder abhängig von den wenigen Marken, die ihm bleiben.

Für ihn war dieses Saisonfinale doch eigentlich katastrophal. Jetzt muss er den starken Mann geben. Nach innen genau wie nach außen, denn er muss ja für alle glaubwürdig wirken, die noch nicht dabei sind, aber ein Engagement in Erwägung ziehen.
 

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