DIY Techniken

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User 18304

Liebe Alle,

ich würde hier gerne einen neuen DIY Threat aufmachen - Zielsetzung ist das Vorstellen und Erforschen neuer DIY Techniken - im speziellen für den Lenkradbau - Cockpitbau - Buttonbox Bau

ich würde mich echt freuen wenn wir hier ein kleines Lexikon erstellen können damit anderen Kollegen den Nachbau angehen können.

Ergo wünsche ich mir Fotos - Berichte - Shoppinglinks - natürlich sind auch zu empfehlende Firmen gerne gesehen

hier einige Ideen die ich gerne in den kommenden Wochen vorstellen möchte

3d Druck optimieren - grundieren - fillen - schleifen - lackieren
welche Gundierung - welcher Filler - welches Schleifpapier - welcher Lack

Transferdruck - Vorbereitung - Firmen und Materialen die ich getestet haben

3d Druck Techniken die man noch nicht so kennt - was sie kosten und wo man sie bestellen kann

Zielsetzung - keine Firmen zu pushen - vielmehr der Community weitere Tipps zu geben wie man zu "perfekten" DIY Projekten kommt
bitte keine offensichtlichen Werbungen

Ich werde versuchen die finalen Vorstellungen in Form einer Kapitelstruktur zusammenzufassen

LG - Peter
 
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User 26065

Ich habe meine Art, für den Flugsimulator Panels zu Bauen, hier dokumentiert:


Meine Buttonbox für den Rennsim hab' ich deutlich einfacher gestaltet, aber falls jemand mit hintergrundbeleuchteten Buttonboxen liebäugelt, könnte das ein kleiner Ansatz sein.

Zum DIY-Lenkrad läuft ja gerade meine "Serie" an Berichten, wie ich das Ganze auch mit Heimwerkermitteln umsetze:

Bei Gelegenheit bau' ich eine Übersichtsseite dazu, wo alle Berichte dann chronologisch geordnet sind.

Ich habe, soweit ich dazugekommen bin, auch Videos gemacht und möchte dann, wenn's fertig ist, ein vernünftiges HowTo-Video davon machen...

lg
m
 
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User 18304

super - danke für deinen Beitrag - ich schaue mir das in Ruhe an und gestalte dann die Kapitel
 
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User 18304

Drehschalterkappen - Encoderkappen - selber machen

möchte nun mein erstes Thema angehen und vorstellen - wie könnt ihr euch ansehliche Kappen (Encoder oder Drehschalter) selber herstellen - dies am Beispiel meines Cosworth Projektes - starten wir mit meinem Bild

4.JPG

hierbei handelt es sich um einen std PLA Druck - nicht geschliffen - nur grundiert - Filler - Farbe - aber dazu mehr in der Erklärung

1) ladet euch auf Thingiverse den passenden Encoder Knopf herunter - oder macht euch mit Fusion360 euer eigenes Desing

2) dann ab zum 3D Drucker - wie gesagt verwende ich hier std PLA - 100% infill und so langsam wie möglich - Layer Height 0,16mm

1.JPG

3) nach dem Druck bearbeite ich die Kappe - Gewinde schneiden und das Loch für den Encoder Schaft aufbohren - hier vertraue ich der 3D Druck Genauigkeit nicht.

4) Dann verpasse ich diesem Werkstück eine dünne Schicht Grundierung

2.JPG

5) nach der Grundierung kommt der Füller - dieser füllt uns die unerwünschten 3D Druck Rillen - hier könnt ihr schon einige Schicht auftragen - je kleiner der Teil und je genauer die Konturen desto feinfühliger auftragen - sonst zerstört ihr die Feinheiten des Werkstückes

6) Schleifen - bei diesem Werkstück habe ich nicht geschliffen - einfach zu klein - aber ihr könnt hier gerne mit einer 400er Körnung den Baby-Popo Effekt nach dem Filler erstellen - ihr könnt auch gerne noch feiner schleifen - meine Erfahrung mit 400 ist sehr gut

7) Lackieren - bei diesem Werkstück kam Schwarz Matt zum Einsatz - 2-3 Schichten und euere Kappe ist fertig

3.JPG

FAZIT:
Natürlich sind Encoder Kappen in ALU unschlagbar - aber leider gibt es relativ wenige zu kaufen - und meisten passen sie nicht zum Original. Wenn ihr die Kappe selber zeichnet ist die ALU Produktion leider sehr teuer - viele Firmen verlangen Prototypkosten - das kann gerne mal 150EUR sein - und dann liegt man pro Kappe bei 70-80EUR inkl Sandstrahlen und eloxieren. Da diese Investion nur für das perfekte Lenkrad in Frage kommt (Cosworth - MCL 720S) versuche ich meine Kappen anfangs mit dem oben beschriebenen Verfahren zu testen. Bin ich zufrieden wird die Kappe beim Profi bestellt. Die 3D Druck Kappe hält erstaunlich gut - die Madenschrauben bleibt im Gewinde - im Vergleich zu der ALU Kappe wackelt die 3D Druck Kappe etwas und sitz nicht so perfekt - aber ganz offen - das erste Bild sieht doch super aus.
Ein tolle Alternative zu dem PLA 3D Druck ist Resin - hier ist die Oberfläche schöner - der Druck stabiler - und das Ergebnis noch besser - Resin Drucker ist schon im Einsatz - aber leider habe ich noch keine vorzeigbaren Ergebnisse.

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User 19590

Drehschalterkappen - Encoderkappen - selber machen:
Da ich nicht nur Kappen, Buttonguards/Cups usw. für Lenkräder oder Buttonboxes benötige -
sondern auch für HiFi Geräte, Gitarren, Verstärker usw. habe ich mich auch schon nach diversen Lösungen umgeschaut.
Wie Peter schon schreibt ist der Markt klein mit Teilen die erschwinglich sind oder einem gefallen.

Also habe ich FDM Druck, fräsen aus Alu/POM und letztlich den mSLA Druck ausprobiert:
- FDM Druck ist wie Peter zeigt natürlich möglich, aber der Aufwand ist doch recht groß und auch die Auflösung
reicht mir nicht aus.
- Selbst 3D Fräsen ist möglich, aber die nötigen Bearbeitungsschritte und Nachbearbeitungen sind viel zu aufwendig:
Beidseitiges fräsen mit umspannen des Bauteils, dann Sandstrahlen oder im Tumbler entgraten/glätten/polieren,
bei Alu Teilen eloxieren oder lackieren, POM Teile sind schwer zu lackieren. Beschriften wäre nur mit einem weiterem
Gravier/Fräsdurchgang möglich.


Bleibt also der mSLA Druck und ich bin damit auch voll zufrieden:

DSC08431.JPG DSC08434.JPG DSC08433.JPG DSC08438.JPG

Das sind bei Thingi gefundene Beispiele:
- Ohne Nachbearbeitung - frisch aus dem Drucker und dann sekundär ausgehärtet
- Schichtdicke und Auflösung ist 0,05 mm, Drucker Elegoo Mars 2 mit Elegoo wasserlöslichem Resin
- Zur Nachbearbeitung ist nur noch eine Schicht UV Schutzlack nötig !
- die gemessene Toleranz ist +/- 0,05 mm und die Knöpfe passsen direkt auf die entprechenden
Potis, Encoder o.ä.

Hier noch ein selbst gezeichneter Encoderknopfprototyp :

DSC08448.JPG DSC08449.JPG


Testweise (im Schnelldurchgang) gefräste Knöppe aus Alu und POM :

DSC08465.JPG DSC08468.JPG

Eindeutig zu sehen das noch einiges an Nachbearbeitung nötig wäre .... :hammer:
 

Anhänge

  • DSC08467.JPG
    DSC08467.JPG
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User 18304

wow - ein super Beitrag
druckst du selber oder lasst du drucken
wenn du es machen lässt - könntest du deinen Beitrag bitte noch um einen Internetlink erweitern
ich denke genau solche Beiträge sind sehr gefragt :-)
DANKE DIR FÜR DEINE MITHILFE
 
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User 26065

Ich denke, das macht Hubertus selber, mit dem Elegoo Mars 2 als Drucker.
Vielen Dank Hubertus!
 
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User 19590

Danke Peter und Michi,
aber auch danke für deine tollen Beiträge und Inspirationen !
Ich würde hier gerne mehr beitragen, aber leider fehlt mir momentan die Zeit und der Platz um diverse
Projekt umzusetzen oder weiter voran zu treiben. Ich möchte ungerne halb fertige Projekte vorstellen und
da ist hier ein guter Platz wenigsten kurze Beiträge zu schreiben um die gemachten Erfahrungen zu teilen.

Und: Ja ich drucke selbst mit dem Elegoo Mars2 wie Michi bereits geschrieben hat.
FDM Teile werden auf dem DIY 3D Drucker gefertigt und für Fräsarbeiten kommte eine DIY CNC Fräse zum Einsatz.
Falls also jemand mal diverse Sonderanfertigungen, Kleinteile, Prototypen o.ä. braucht ? Einfach melden - wenn es die
Zeit zuläßt kann ich immer mal was dazwischen schieben oder gleich mit drucken/fräsen ....:hammer:

Noch ein Nachtrag zu den Knöppen :]:
Das photopolymer Harz ist eigentlich sehr gut zu Lackieren und wenn die Teile schwarz bleiben sollen
dann setze ich nur 2K Klarlack ein:
Wenn dann andere Farben zum Einsatz kommen sollen - die es nicht als Resinfarbe gibt, dann werden die Teile in weiß, grau oder
auch schwarz gedruckt, grundiert und dann lackiert.
Für haptisch, optisch und abriebstechnisch:rolleyes: sehr anspruchsvolle Projekte nehme ich ausschliesslich 2K Lacke da :
  • .... – chemikalien- und benzinresistent
  • Ausgezeichnete Haftung und homogene, sehr glatte Oberfläche
  • Wetterfest, lichtecht und UV-beständig
  • Ergiebig und einfach in der Verarbeitung
  • Die Marke aus dem Rennsport - TRISTARcolor - MADE IN GERMANY
Ansonsten habe ich auch die von Peter genutzten Marken + Edding Permanent Spray im Einsatz.

Der Druck dauert für das untere Beispiel - mit weißem Resin ! - etwas über eine Stunde und verbraucht 42ml.
Natürlich muß man den Gesamtverbrauch höher rechnen da Reste an den Druckobjekten, Druckplatte und auch im Tank verbleiben.
Aber selbst wenn man 100ml bei einem Literpreis von €36,- und 12 Knöpfen rechnet - dann ist das eine recht günstige Angelegenheit. :daumen:
Natürlich kommen dann noch die Anschaffungskosten des Druckers, Ersatztanks, Cure/Aushärtungsbox und Verbrauchsmaterialen wie
FEP Folien, Reinigungsmittel usw. dazu ! ;)

SLA Druck.jpg
 
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User 26065

Und wieder ein hervorragender Beitrag zum Gesamtthread, danke Hubertus!
Ich bin SLA-mäßig noch ein voller Noob und hab' mich da noch gar nicht eingelesen - wird Zeit ;)

Danke, Peter, das schaut mit den 0,16er Layern pipifein aus!

Hier mal meine selbstgedruckten Knöpfe im Rohzustand und nachbearbeitet:
2021-04-03_IMG_0679.JPG 2021-07-23_IMG_0761.jpg 2021-07-23_IMG_0760.jpg

Geschwindigkeit war doch recht hoch, 60mm/s, 0,2mm layerheight. (Edit2: Bin mir gar nicht sicher, ob das ned doch 0,12er Layerhöhe war)
Danach 2x gefillert und mit 240er überschliffen, 2 Lacken Decklack drauf.

Da ich leider mit Support drucken muss, sind leider die beiden seitlichen horizontalen Flächen etwas rauh, stört aber wirklich nur in der Nahaufnahme.

Von weiter weg isses schon viel besser (und beim Fahren schau ich da sowieso nicht drauf):
2021-07-23_IMG_0758.jpg

Edit: Weil Peter ja auch das "Problem" mit dem Gewinde in Plastik und der besseren Stabilität der Aluknöpfe erwähnt hat:
Im ersten Bild sieht man innen das Vierkantloch, in das dann ein 8mm Alustück eingeklebt wird, das dann das eigentliche Gewinde für die Madenschraube enthält...

lg
m
 
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User 6899

Toller Gesamtthread.

Mal eine Frage an die Experten.

Wie lackiert ihr Alu, ohne das der Lack im Nachgang bei Berührung/beim Verschrauben von Schrauben nicht abplatzt?

Gesendet von meinem KB2003 mit Tapatalk
 
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User 19590

Meiner Meinung nach (mMn):
1. Pulverbeschichtung einschließlich Grundierung.
Das Wichtigste ist allerdings auch eine gute Vorbehandlung des zu lackierenden Bauteils und
da ist Sand/Glaskugelstrahlen eine gute Möglichkeit.
2. Natürlich eine professionelle Lackierung von einem Fachbetrieb: manchmal gibts die Möglichkeit,
für einen kleinen Obulus, die eigenen Teile "mit dazwischen schieben" zu lassen wenn gerade etwas größeres lackiert wird....
3. Selbst mit Spritzpistole und 2K Lack und Grundierung lackieren - Werkzeug und Örtlichkeiten vorausgesetzt.
4. Selbst mit professionellem 2K Sprühlack und Grundierung lackieren.
5. Mit "günstigem" Sprühlack und Grundierung...
6. Mit Rolle und Dosenlack und Grundierung ...
7. Alle vorherigen Punkte ohne Grundierung !-)
Wie man sieht sind die Grundierung, die verwendete Lackqualität und natürlich die Vorbehandlung mit die wichtigsten Punkte
für eine gute, haltbare Oberfläche.
Alu sollte man möglichts erst kurz vor dem Grundieren anschleifen/sandstrahlen, gründlich reinigen und dann lackieren.

Alternativ bleibt natürlich das Folieren mit "Autofolie" - die lässt sich auch mit Hilfe eines Heißluftföns gut um Ecken und
Rundungen ziehen.
 
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User 18304

das sehe ich auch so - entweder srpühfolie - vll auch plastidip
sonst nur eloxieren bei einem Profi - so mache ich das
 
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User 19590

Stimmt - als Alternative zum Lackieren ist bei Aluminium das Eloxieren auch noch eine gute Lösung.
Selbst eloxieren ist etwas aufwendig, recht teuer und lohnt sich nicht unbedingt für den seltenen Einsatz,
da man diverse Werkzeuge und Materialen benötigt:
Von diesem Lieferanten beziehe ich meine Artikel zum Galvanisieren, Brünieren und Patinieren -
sollte ich mal die Zeit (und Platz) finden dann werde ich auch das Eloxieren mal ausprobieren....:hammer::D
 
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User 29082

Servus,
hier mal ein paar Bilder zum Thema Sicherheitsnetze.
Da ich doch ein paar "krumme Teile" produziert hatte, bevor ich damit zufrieden war, habe ich mal meine Art der Herstellung dokumentiert.
Ganz gut geht es eigentlich, wenn man die Gurte mit Malerkreppband am Tisch fixiert und immer nur die Stelle anhebt, welche geklebt werden soll.
Für Klebestellen an bereits montierten Netzen verwende ich immer Leimzwingen.
Generell schaut es bescheiden aus, wenn zuviel Heißkleber seitlich austritt, daher eignet sich für schwarze Netze der schwarze Steinel Klebestick.
Für die Gurtschlösser habe ich Gurtverlängerungen , und zum Einstecken darin Gurtdummies benutzt.
Um die Netze auch mal komplett raus nehmen zu können, habe ich hinten Steckverschlüsse benutzt die zb an Rucksäcken dran sind.

Meine Einkausliste:
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https://www.amazon.de/gp/product/B07J5K7T4S/ref=ppx_yo_dt_b_asin_title_o06_s00?ie=UTF8&psc=1
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https://www.amazon.de/Vimbo-Univers...ywords=Gurtverlängerung&qid=1627238976&sr=8-5
oder:
https://www.amazon.de/Sicherheitsgu...jbGlja1JlZGlyZWN0JmRvTm90TG9nQ2xpY2s9dHJ1ZQ==

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